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Aktuelle Umfrage
AfD legt im Osten und in Bayern deutlich zu

Kurz-Porträt: Frauke Petry – jung, weiblich, populistisch
Kurz-Porträt: Frauke Petry – jung, weiblich, populistisch FOTO: dpa, spf pil tmk
Hamburg. In einer Umfrage kommt die Alternative für Deutschland bundesweit wieder auf fünf Prozent und käme damit in den Bundestag. Den Anstieg hat sie nach Ansicht von Eperten vor allem der CSU zu verdanken.  

Wenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt würde, hätte die rechtspopulistische AfD gute Chancen, im Parlament vertreten zu sein. Im aktuellen Forsa-Wahltrend im Auftrag von Stern und RTL kommt die Partei zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder auf 5 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche hat sie damit einen Prozentpunkt zugelegt.

Die Werte für die anderen Parteien haben sich hingegen nicht verändert. Die Unionsparteien CDU/CSU behaupten ihre 40 Prozent, die SPD liegt weiterhin bei 24 Prozent, die Grünen und die Linke bleiben bei jeweils 10 Prozent, und die FDP verharrt bei 5 Prozent.

Bemerkenswert: Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen steigt auf 32 Prozent und ist damit größer als bei der Bundestagswahl 2013.

Das Comeback der AfD erklärt sich Forsa-Chef Manfred Güllner vor allem mit der Flüchtlingspolitik der CSU: "Mit seinen Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel hat der bayerische CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer offenbar die Ausländerfeindlichkeit - und damit das Kernthema der AfD - wieder salonfähig gemacht", so der Wahlforscher.

Der Anstieg der AfD sei ausschließlich in Bayern und in Ostdeutschland, nicht jedoch in der sonstigen Republik zu registrieren. Seit August fiel die CSU in Bayern demnach von 51 auf 47 Prozent, die Union in Ostdeutschland von 39 auf 33 Prozent. Dafür stieg der Anteil der AfD in Bayern von 4 auf 6 und im Osten von 7 auf 11 Prozent, während sie im Rest der Republik weiter bei 4 Prozent liegt.

Die Schlussfolgerung Güllners: "Der rechte Rand in der Union wird also nicht gebunden, sondern zur Abwanderung ermuntert." Seehofers Kritik an Merkel schade damit in erster Linie der eigenen Partei. Damit sinke aber auch der Präferenzwert der Union in Gesamtdeutschland.

Bei der Kanzlerpräferenz - wenn also die Spitze des Kanzleramts direkt gewählt werden könnte - bleibt Angela Merkels Wert im Vergleich zur Vorwoche mit 49 Prozent unverändert. Allerdings geht ihr Rückhalt bei den Anhängern CDU-Schwesterpartei CSU als Folge der kritischen Töne aus Bayern weiter von 74 um fünf Prozentpunkte auf 69 Prozent zurück. Dagegen würden sich 88 Prozent der Anhänger der CDU für Merkel entscheiden. Der Wert des SPD-Chefs Sigmar Gabriel klettert um einen Punkt auf 14 Prozent - er liegt damit aber immer noch 35 Prozentpunkte hinter Merkel.

Angesichts der Uneinigkeit in den eigenen Reihen trauen nur noch 27 Prozent der Wahlberechtigten den Unionsparteien CDU/CSU zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig zu werden - drei Punkte weniger als in der Vorwoche. Ihr Wert ist damit allerdings immer noch dreimal so hoch wie der der SPD. 41 Prozent der SPD-Anhänger und 30 Prozent der Sympathisanten der Union glauben, dass keine Partei die politische Kompetenz hat, die Probleme lösen zu können. Dieser Auffassung sind insgesamt 58 Prozent aller Befragten.

Das Forsa-Institut befragte für den stern-RTL-Wahltrend vom 21. bis 25. September 2506 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. 

(ots)
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