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Beratungen über Nachfolge
AfD will Petry wegen Datenklaus verklagen

Fotos: AfD-Chefin Frauke Petry sorgt für Eklat
Fotos: AfD-Chefin Frauke Petry sorgt für Eklat FOTO: dpa, jol
Berlin. Der AfD-Bundesvorstand wirft der früheren Parteivorsitzenden Petry Datenklau vor und will sie deswegen verklagen. Am Wochenende sollen Entscheidungen über ihre Nachfolge als Vorsitzende getroffen werden.

Parteisprecher Christian Lüth bestätigte auf AFP-Anfrage am Freitag einen entsprechenden Bericht des Magazins "stern". Die AfD vermutet demnach, dass Petry sich am "Parteimanager" bedient hat, dem Programm, mit dem die AfD ihre Mitgliederdaten verwaltet.

Darin seien die Anschriften und Telefonnummern von knapp 30.000 AfD-Mitgliedern gespeichert. Diese könnten für Petry von hohem Wert sein, wenn sie eine Konkurrenzpartei aufbauen wolle, heißt es in dem Bericht.

Petry hatte am Tag nach der Bundestagswahl ihren Austritt aus der AfD-Fraktion bekanntgegeben. Wenige Tage später trat sie auch aus der Partei aus. Auch ihr Ehemann Marcus Pretzell, der AfD-Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen war, kehrte der Partei den Rücken. Seitdem sondiert das Paar Möglichkeiten eines politischen Neuanfangs.

AfD-Konvent entscheidet über Parteitag

Die AfD entscheidet an diesem Wochenende, ob ein Delegiertenparteitag im Dezember die neue Parteispitze wählen wird.

Vor der nicht-öffentlichen Sitzung des Parteikonvents im hessischen Willingen wird in der Partei darüber spekuliert, wer die Lücke füllen könnte, die durch den Austritt von Parteichefin Frauke Petry entstanden ist. Seit Petrys Abgang in der vergangenen Woche ist Jörg Meuthen alleiniger Parteivorsitzender.

Fotos: Das ist das Politiker-Paar Petry und Pretzell FOTO: dpa, a gfh

Die Funktionäre der Partei beschäftigt auch die Frage, ob der Gründer des rechtsnationalen Flügels, der Thüringer AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke, diesmal für den Bundesvorstand kandidieren wird. Der Sprecher der Thüringer AfD-Fraktion, Torben Braga, sagte am Freitag auf Anfrage, Höcke habe Anfang des Jahres - als er auf die Kandidatur für den Bundestag verzichtete - erklärt, er wolle die AfD in Thüringen bei der Landtagswahl 2019 zur stärksten Kraft machen.

"Ich habe keine Gründe daran zu zweifeln, dass seine Zusage vom Januar nach wie vor richtig ist und der Wahrheit entspricht." Parteivorstandsmitglied Paul Hampel sagte: "Ich hätte kein Problem damit, wenn Björn Höcke Mitglied im Bundesvorstand würde."

Der AfD-Bundesvorstand hatte nach einer umstrittenen Rede in Dresden beantragt, Höcke aus der Partei auszuschließen. Eine Entscheidung des Thüringer Landesschiedsgerichts steht noch aus.

Die AfD plant einen Delegiertenparteitag am 2. Dezember in Hannover. Die Teilnehmer einer Mitgliederbefragung haben sich jedoch inzwischen mehrheitlich dafür ausgesprochen, einen Mitgliederparteitag abzuhalten. Das letzte Wort hat der Konvent.

(csr/AFP)
 
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