kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
panorama bundeswehr afghanistan isaf AP 2009
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Merkel gibt heute Regierungserklärung ab: Afghanistan-Rückzug angeblich ab 2015

zuletzt aktualisiert: 08.09.2009 - 07:15

Hannover (RPO). Nach dem von der Bundeswehr befohlenen umstrittenen Nato-Luftschlag in Nordafghanistan mehren sich die Stimmen, die einen konkreten Abzugszeitraum fordern. Die Bundesregierung plant laut eines Zeitungsberichts einen schrittweisen Rückzug von 2015 an. Bundesklanzlerin Angela Merkel gibt am heutigen Dienstag eine Regierungserklärung ab.

Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin schreibt, muss bis zu diesem Zeitpunkt in Afghanistan eine "selbsttragende Sicherheit" hergestellt werden. Den Zeitrahmen für die Beendigung des Einsatzes wolle die Bundesregierung auf der europäischen Afghanistan-Konferenz noch in diesem Jahr erörtern.

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erwartet derweil von der nächsten Bundesregierung "die Vorlage einer Strategie für einen Truppenabzug der Bundeswehr aus Afghanistan". Dabei müsse die Bundesregierung "von sich aus" aktiv werden und dürfe nicht nur internationale Entwicklungen abwarten, sagte er.

"Ein glaubwürdiges Ausstiegsszenario"

Nach Auffassung des Europa-Abgeordneten Elmar Brok (CDU) hingegen sollte der internationale Militäreinsatz schon so bald wie möglich beendet werden. "Wir brauchen ein glaubwürdiges Ausstiegsszenario", sagte er. "Selbst ein Zeitraum von noch fünf Jahren ist zu lang", betonte das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments.

Zum geeigneten Zeitpunkt sagte Brok: "Man wird nicht so lange warten können, bis sich Afghanistan zu einem demokratischen Staat nach unseren Standards entwickelt hat." Voraussetzung sei vielmehr, dass die eigenen Sicherheitsorgane in der Lage seien, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), übte unterdessen heftige Kritik an der Debatte über einen Rückzugstermin. Diese Äußerungen seien "gefährlich für die deutschen Soldaten", sagte Schmidt. Wenn die Taliban merkten, dass die Diskussion über einen schnellen Abzug lauter werde, seien die nächsten Anschläge schon absehbar.

"Wir müssen jetzt Tempo machen"

Die Grünen verstärken derweil den Druck auf die Bundesregierung. Wer wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) eisern daran festhalte, der Angriff sei richtig gewesen, "verspielt in Afghanistan jedes Vertrauen in die internationalen Soldaten und beschädigt den Bundeswehr-Einsatz nachhaltig", sagte Grünen-Chef Cem Özdemir.

Merkel forderte unterdessen erheblich mehr Anstrengungen bei der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte durch die internationale Gemeinschaft. "Wir müssen jetzt Tempo machen", sagte Merkel am Montagabend in Berlin. "Wir müssen schauen, dass wir in den nächsten fünf Jahren wirklich einen massiven Schritt vorankommen", mahnte Merkel. Die Kanzlerin fügte hinzu: "Wir müssen auch den politisch Verantwortlichen klarmachen, dass wir da nicht auf immer und ewig sind."

Erhöhte Gefahrenlage

Der Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Walter Kolbow, rechnet mit einer erhöhten Gefahrenlage für die deutschen Soldaten. Es sei zu befürchten, dass es "in naher Zukunft zu Racheakten gegen unsere Soldaten in Afghanistan kommt". Zugleich lehnte er einen festen Abzugstermin ab, wie ihn Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Wochenende für 2015 ins Gespräch gebracht hatte.

Der Luftschlag beschäftigt am Vormittag auch den Bundestag in Berlin. Zu Beginn der Sondersitzung (11.00 Uhr) will Merkel eine Regierungserklärung abgeben. Anschließend ist eine Aussprache im Parlament geplant.

Jung schließt inzwischen zivile Opfer bei dem Nato-Luftschlag nicht mehr aus. Einen vorläufigen Nato-Bericht, der von mehreren zivilen Opfern spricht, dementierte er am Montagabend im ZDF nicht.

Nach Sender-Informationen hat eine Untersuchungskommission der NATO einen geheimen Berichtsentwurf erarbeitet, der auch dem Verteidigungsministerium vorliegt. Darin wird die Zahl der Toten und Verletzten mit 90 beziffert. Die Zahl der Toten schwanke zwischen 70 und 78. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit seien unter den Getöteten und Verletzten zahlreiche Zivilisten, hieß es.

Quelle: DDP/csr

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Nach dem jüngsten Massaker in Syrien ist in der internationalen Gemeinschaft eine Debatte über einen möglichen Militäreinsatz entbrannt. mehr 

Wie die Politik den Fußball verändern will

Innenminister tagen

Wie die Politik den Fußball verändern will

Die Gewalt in und um Fußballstadien beschäftigt die Innenminister. Auf ihrer Tagung in Mecklenburg-Vorpommern wollen sie beraten, wie sich R ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Innenminister tagen

Wie die Politik den Fußball verändern will

Die Gewalt in und um Fußballstadien beschäftigt die Innenminister. Auf ihrer Tagung in Mecklenburg-Vorpommern wollen sie beraten, wie sich Randale verhindern lassen. Das Aus für Stehplätze, Gesichtsscanner beim Einlass, personalisierte Tickets - der ... Von Philipp Stempel  mehr

 

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

 
 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Top-Services