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Wahlen am Donnerstag: Afghanistan verbietet Berichte über Anschläge

zuletzt aktualisiert: 18.08.2009 - 20:11

Kabul (RPO). Die afghanische Regierung hat ein Dekret erlassen, das den Medien verbietet, am Tag der Präsidentenwahl über Anschläge zu berichten. Ziel des Verbots: Berichte über Gewalt und Tote sollen die Afghanen am Donnerstag nicht vom Gang zur Urne abhalten.

So begründete eine Sprecher von Präsident Hamid Karsai den Schritt am Dienstag. "Diese Entscheidung wird den negativen Einfluss der Medien kontrollieren. Wenn etwas passiert, wird dadurch verhindert, dass sie dies übertrieben darstellen", sagte er.

Konkret wurden zwei Dekrete erlassen. Das Außenministerium erklärte, die Inlands- und Auslandspresse solle am 20. August zwischen sechs Uhr morgens und acht Uhr abends nicht über Gewaltvorfälle berichten. Das Innenministerium wies die Massenmedien an, sich von Tatorten fernzuhalten.

Der Vorsitzende des Verbands unabhängiger afghanischer Journalisten (AIJA), Rahimullah Samander, protestierte entschieden gegen die Dekrete. Weder afghanische noch ausländische Journalisten würden sich davon abhalten lassen, der Öffentlichkeit während der entscheidenden Phase der Wahl Informationen zukommen zu lassen. "Wir verurteilen solche Schritte, die verhindern, dass die Öffentlichkeit Zugang zu Nachrichten hat."

Die radikal-islamischen Taliban wollen die Wahl verhindern, indem sie die Bevölkerung durch Anschläge einschüchtern. Landesweit verübten sie deshalb zuletzt verstärkt Attentate. So sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter in Kabul in die Luft. Mehrere Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Zum Schutz der Wähler sind neben mehr als 100.000 ausländischen Soldaten rund 180.000 afghanische Soldaten und Polizisten im Einsatz.

Quelle: RTR/pst

 
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