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Schavan-Vorschlag: Aggressive Schüler ab ins Internat?

zuletzt aktualisiert: 03.04.2006 - 12:02

Hamburg (rpo). Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich mit einem neuen Vorschlag in die bundesweite Debatte um Gewalt an Schulen eingemischt. Für extrem aggressive und auffällige Schüler sollten spezielle Internatsplätze angeboten werden. Ein weiterer Vorschlag kommt von den Kommunen: Einwanderungswillige Ausländer sollen künftig einen Integrationsvertrag unterschreiben.

"Für besonders schwierige Fälle muss überlegt werden, Internatsplätze zu schaffen, in denen die Erfahrung aus Schulpädagogik, Sozialpädagogik und beruflicher Ausbildung zusammenwirken", sagte Schavan der "Financial Times Deutschland".

Da Eltern und Jugendliche nicht gezwungen werden könnten, sei dies aber nur ein zusätzliches "Angebot".

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, regte indes an, mit neu zugewanderten Ausländern solle künftig ein Integrationsvertrag geschlossen werden. Dieser müsse eine umfangreiche Förderung, aber auch Sanktionen vorsehen. "Neu eingereiste Ausländer, die eine Integration verweigerten, sollten künftig mit Leistungskürzungen und im Extremfall mit der Rückkehr in die Heimat bestraft werden können", sagte Landsberg.

Überzeug und Anreiz zur Integration

Die nachholende Integration für schon länger in Deutschland lebende Ausländer müsse dagegen auf Überzeugungsarbeit basieren und zugleich Anreizsysteme bieten, sagte Landsberg. So sollten bestimmte berufliche Qualifizierungsmaßnahmen oder die Zuteilung eines staatlich geförderten Arbeitsplatzes an die erfolgreich Teilnahme von Integrationskursen gebunden werden. Voraussetzung sei, dass die Integrations- und Förderangebote deutlich ausgebaut würden. Zur Finanzierung sollte der Bund dafür die Einnahmen aus der Reichensteuer von rund 1,8 Milliarden Euro jährlich zur Verfügung stellen.

Notwendig sei eine gezielte Spracherziehung bereits im Kindergarten, betonte Landsberg. Dabei müssten auch die Eltern einbezogen werden. In anderen Ländern habe es sich zudem bewährt, das letzte Kindergartenjahr zum Pflichtjahr für alle zu machen. Das könnte durch gezielte Förderung sprachschwacher Kinder die Integration nachhaltig fördern. Dasselbe gelte für einen staatlich kontrollierten Islamunterricht an den Schulen. Zudem müsste der Anteil von Ausländern und Personen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst deutlich erhöht werden, zum Beispiel bei Polizei und Ordnungskräften.

Die stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Cornelia Pieper (FDP), forderte eine Aktuelle Stunde des Parlaments zur zunehmenden Gewalt vor allem an Berliner Schulen. Das Thema gehe alle an. Deswegen solle sich der Bundestag damit befassen.

Quelle: afp2

 
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