| 17.45 Uhr

"Pegida"-Rede
Buchhändler nehmen Pirinçcis Titel aus dem Programm

Akif Pirinçci bei Amazon Deutschland und Großhändlern aus Programm genommen
Immer mehr Unternehmen boykottieren Akif Pirinçcis Bücher. FOTO: dpa, dna htf
Exklusiv | Düsseldorf. Nach der "Pegida"-Rede von Akif Pirinçci am Montag haben nun auch Amazon, Buch-Großhändler und Buchketten reagiert. Sie haben alle Titel des Autors aus dem Programm genommen. Von Sebastian Dalkowski

Die Verlagsgruppe Random House hatte bereits am Dienstag reagiert und die Zusammenarbeit mit Akif Pirinçci beendet, nachdem dieser eine Rede während der "Pegida"-Demonstration am Montag gehalten hatte. Nun ziehen auch andere Unternehmen der Buchbranche nach. Bei Amazon.de ist kein Titel von Akif Pirinçci mehr erhältlich, weder seine Romane noch seine Sachbücher. Auf eine Anfrage unserer Redaktion hat das Unternehmen bisher nicht reagiert.

Bei den Buchhandels-Ketten "Mayersche Buchhandlung" und "Thalia" sind die Titel weder in den Filialen noch in den Online-Shops zu finden. "Derzeit sehen wir von einer aktiven Präsentation der Titel des Autors in unseren Buchhandlungen und im Online-Shop ab", sagte eine Sprecherin von Thalia. "Es sind jedoch Bestellungen auf expliziten Kundenwunsch in unseren Buchhandlungen möglich." Ein Sprecher der Mayerschen begründete den Boykott mit der Pegida-Rede von Akif Pirinçci.

Zudem haben auch die drei wichtigsten deutschen Buch-Großhändler KNV, Umbreit und Libri die Werke aus dem Programm genommen, wie der Sprecher der Mayerschen bestätigte. Buch-Großhändler sind die Bezugsquelle für Buchhändler, wenn sie die Bücher nicht direkt beim Verlag bestellen. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte ein Sprecher von KNV die Entscheidung mit Akif Pirinçcis Äußerungen vom Montag.

Liebe Leserinnen und Leser,
Ihre Meinung zu RP Online ist uns wichtig. Anders als sonst bei uns üblich gibt es allerdings an dieser Stelle keine Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Zu unserer Berichterstattung über die Flüchtlingskrise haben wir zuletzt derart viele beleidigende und zum Teil aggressive Einsendungen bekommen, dass eine konstruktive Diskussion kaum noch möglich ist. Wir haben die Kommentar-Funktion bei diesen Themen daher vorübergehend abgeschaltet. Selbstverständlich können Sie uns trotzdem Ihre Meinung sagen – per Facebook oder per E-Mail.