Ostermärsche fortgesetzt: Aktivisten fordern Abzug aus Afghanistan
zuletzt aktualisiert: 04.04.2010 - 12:03Frankfurt/Stuttgart/Duibsurg (RPO). Die Friedensbewegung hat anlässlich der traditionellen Ostermärsche in diesem Jahr die Forderung nach einem sofortigen Truppenabzug aus Afghanistan in den Mittelpunkt gestellt. Der traditionsreiche Protest feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag.
Am Sonntag sezte die Friedensbewegung die Ostermärsche fort. Aktionen waren unter anderem in Büchel in der Eifel, in der Kyritz-Ruppiner Heide, in Gronau, Köln und Wittmund geplant, wie die Informationsstelle Ostermarsch in Frankfurt am Main berichtete. Der Ostermarsch Ruhr wurde in Essen fortgesetzt und sollte über Gelsenkirchen, Wattenscheid und Herne nach Bochum führen.
Im Zentrum der Aktionen steht in diesem Jahr die Forderung nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, um einem zivilen Aufbau eine Chance zu geben. Die Organisatoren der Ostermärsche bedauerten ausdrücklich den Tod der drei Bundeswehrsoldaten, die bei Gefechten mit der Taliban am Freitag nahe Kundus ums Leben gekommen waren. Die Verantwortung dafür trage die zynische und uneinsichtige Politik der Bundesregierung.
Die Demonstranten fordern zudem die Abschaffung aller Atomwaffen, die Beendigung der Rüstungsexportpolitik und das Heraushalten militärischer Propaganda aus Schulen, Ausbildungsstätten und Arbeitsagenturen. Die Beteiligung an den Aktionen liegt nach Angaben von Sprecher Willi van Ooyen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Dies zeige, dass es eine breitorganisierte Friedensbewegung gebe: "Wir haben eine Stimmung, die im Grundsatz sehr pazifistisch ist", sagte van Ooyen.
1500 Teilnehmer am Samstag in Stuttgart
Am Samstag sind etwa 1500 Teilnehmer in einem zentralen Ostermarsch am durch die baden-württembergische Landeshauptstadt gezogen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Friedensnetz Baden-Württemberg hatten zum 50. Jubiläumsumzug aufgerufen.
Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich zum Auftakt des Ostermarsches Rhein-Ruhr an Demonstrationen. In Duisburg zogen am Mittag rund 150 Menschen durch die Innenstadt. Anschließend folgte eine Demonstration in Düsseldorf mit rund 500 Teilnehmern. Das Motto der dreitägigen Friedensdemonstration lautet "Ostermarsch im 50. Jahr: Atomwaffen abschaffen! Afghanistankrieg beenden!". Bis Ostermontag werden insgesamt rund 3000 Teilnehmer erwartet.
In mehreren norddeutschen Städten gingen einige Hundert Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße. Aktionen, zu denen Friedensgruppen aufgerufen hatten, gab es in Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Oldenburg, Kiel, Wedel und Rostock. Die Zahl der Teilnehmer bewegte sich nach Angaben der Polizei zwischen 63 in Braunschweig und 250 in Bremen. Alles sei friedlich verlaufen.
Die Organisatoren der bundesweiten Osteraktionen bedauerten den Tod der drei deutschen Soldaten in Afghanistan. Die Verantwortung dafür trage die "zynische und uneinsichtige Politik der Bundesregierung", hieß es vonseiten der Veranstalter in Frankfurt am Main. Sie verlangten, umgehend mit dem Abzug der Truppen zu beginnen.
Bundesweit sind bis Ostermontag in etwa 70 Städten Ostermärsche, Mahnwachen und Friedensgebete angekündigt. In diesem Jahr feiern die Ostermärsche ihren 50. Geburtstag. Die Bewegung erhielt durch die Debatte über die Nachrüstung der Nato 1982 großen Zulauf.
Es sei eine nach wie vor "lebendige Bewegung mit langem Atem und angesichts des friedenspolitischen Versagens der Bundesregierung ein dringend notwendiges Korrektiv", erklärte das Netzwerk Friedenskooperative am Sonntag.
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