"Erst bestehende Defizite beseitigen": Alt-Kanzler Schmidt: EU braucht Pause vor weiteren Beitritten
zuletzt aktualisiert: 15.09.2004 - 13:11Hamburg (rpo). Die Europäische Union braucht eine "Pause, ehe weitere Beitritte in Betracht" kommen. Das schreibt der "Zeit"-Mitherausgeber und Alt-Kanzler Helmut Schmidt in der Wochenzeitung über die Erweiterungspläne der EU.
"Zunächst müssen die bestehenden institutionellen, ökonomischen und politischen Defizite bewältigt werden." Er warnt: "Ein Scheitern der EU oder eine Schrumpfung zu einer bloßen Freihandelszone ist nicht mehr undenkbar."
Der ehemalige Bundeskanzler äußert sich zur Frage einer möglichen Überdehnung der Union drei Wochen, bevor die EU-Kommission ihren Fortschrittsbericht über den Beitrittskandidaten Türkei vorstellen will.
Schmidt zeigt sich jedoch zugleich zuversichtlich, dass sich - trotz der schon vollzogenen Erweiterung der EU auf 25 Mitglieder - in der täglichen Praxis "ein innerer Kern" herausbilden werde.
Dieser werde "mit Sicherheit Frankreich und Deutschland umfassen und wahrscheinlich auch die anderen Gründungsstaaten Italien, Holland, Belgien und Luxemburg."
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