Thüringens Ministerpräsident: Althaus macht Skiunfall zum Wahlkampfthema
zuletzt aktualisiert: 02.08.2009 - 10:08Düsseldorf/Berlin (RPO). Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) will nach eigenen Angaben seinen Skiunfall aus dem Wahlkampf heraushalten. Linkspartei und SPD hätten ihm das auch zugesichert. Doch nun plaudert Althaus selbst in einem Interview ausführlich über den Unfall – und was das für ihn und seine Ehe bedeutet.
Während sich die Parteienkonkurrenz im thüringischen Wahlkampf auf die Sachthemen konzentriert, macht der amtierende Ministerpräsident Dieter Althaus nun selbst seinen Skiunfall, bei dem eine 41-jährige Frau ums Leben kam, zum Thema. Im Interview mit der "Bild am Sonntag" sagte Althaus, als Christ bete er "täglich für Beate C. und ihre Familie".
Auch auf die die Frage, was der Unfall für seine Ehe bedeute, antwortet Althaus freimütig: Er habe sich noch einmal neu in seine Frau verliebt, verrät der Ministerpräsident und ergänzt sogar, seine Ehe habe durch den Unfall einen "zusätzlichen Impuls bekommen".
Selbst auf Fragen der "BamS" zu den juristischen Aspekten des Falls, der zivilrechtlich nich nicht abgeschlossen ist, antwortet Althaus. Er stehe im Briefkontakt mit dem Mann der Verstorbenen, der Kontakt sei freundschaftlich. "Er weiß auch, dass ich vor einer guten Woche, in meinem Österreich-Urlaub, zum ersten Mal das Grab von Beata C. besucht habe. Es war für ich sehr wichtig, dort beten zu können", so Althaus.
Linkspartei Hauptgegner
Althaus sehe in der Linkspartei seine Hauptgegnerin im Landtagswahlkampf. "Die Wahl ist ein Duell zwischen mir und dem Linkspartei-Kandidaten Bodo Ramelow", sagte er der Zeitung. "Es geht um die Frage, ob ich als Ministerpräsident unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann oder ob Bodo Ramelow ein Linksbündnis schmiedet."
Sein Ziel sei, dass die CDU bei der Landtagswahl in vier Wochen mit großem Abstand stärkste Partei werde, so Althaus. Auf die Frage, ob bei den Umfragewerten von 40 Prozent für die CDU ein Mitleidsbonus eine Rolle gespielt habe sagte er: "Das vermag ich nicht zu sagen. Aber es war in den vergangenen Jahren immer so, dass meine persönlichen Werte über denen der Thüringer Union lagen. Das hat sich jetzt bestätigt."
Althaus äußerte Verständnis dafür, dass mehr als 80 Prozent der Ostdeutschen knapp 20 Jahre nach dem Mauerfall der Meinung sind, in Deutschland gehe es nicht gerecht zu. Die DDR habe den Menschen ein falsches Gerechtigkeitsverständnis vermittelt, weil es fast allen gleich schlecht gegangen sei und sich individuelle Leistung nicht gelohnt habe. "Ungerecht behandelt werden Ostdeutsche, wenn ihr Leben in der DDR, ihre Arbeit unter oft widrigen Bedingungen, zu wenig wertgeschätzt wird. Wenn Menschen keine Anerkennung erfahren, entsteht ein großes Ungerechtigkeitsgefühl", sagte Althaus.
Dieter Althaus ist bei einem Skiunfall in Österreich am 1. Januar 2009 mit der 41-Jährigen Beata C. zusammengestoßen. Die Frau erlag damals ihren Verletzungen, Althaus selbst erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Der amtierende Ministerpräsident räumte vor Gericht eine Mitschuld ein. Auch nach der Verurteilung zu einer Geldstrafe von 33.300 Euro wegen fahrlässiger Tötung hielt die CDU an ihrem Spitzenkandidaten fest.
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