Unfall in Österreich: Althaus weiß vom Tod der Skifahrerin
zuletzt aktualisiert: 09.01.2009 - 09:34Erfurt/Schwarzach (RPO). Der Skiunfall und seine schrecklichen Folgen: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus weiß nun angeblich, dass Beata C. ums Leben gekommen ist. Seine Frau und eine befreundete Psychologin überbrachten dem Politiker die grausame Nachricht. Der reagierte geschockt, leidet derzeit unter Orientierungsstörungen.
Es war Neujahr, 14.43 Uhr, als sich das Leben von Dieter Althaus auf dramatische Weise ändern sollte. Auf der östereichischen Skipiste kam es zu einem folgenreichen Unfall. Althaus und die 41-jährige Slowakin Beata C. kollidierten unter bislang ungeklärten Umständen, die Frau starb, Thüringens Ministerpräsident wurde schwer verletzt. Der 50-Jährige wurde aus Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand tagelang über die Ereignisse im Unklaren gelassen. Doch jetzt brachten ihm seine Frau und eine befreundete Psychologin die bittere Wahrheit bei, schreibt die "Bild"-Zeitung.
Althaus sei geschockt gewesen und niedergeschlagen eingeschlafen. Am nächsten Morgen habe er sich angeblich nicht mehr an die Todesnachricht erinnern können, was mit seinem derzeitgen Gesundheitszustand zusammenhängen dürfte. So musste ihm die Nachricht nochmals überbracht werden.
Unterdessen entwickelt sich Althaus' Zustand nach Angaben des Direktors des Krankenhauses in Schwarzach, Reinhard Lenzhofer, positiv. "Er kann kurz aufsitzen und selbstständig essen und trinken", erklärte Lenzhofer. Geistig ist er aber noch nicht wieder hergestellt. Althaus ist demnach weiterhin "örtlich und zeitlich nicht voll orientiert". Er leidet den Folgen eines abklingenden sogenannten Durchgangssyndroms. Wie lange dies noch anhalten werde, könne niemand sagen.
Althaus selbst wird in den nächsten Tagen nach Deutschland verlegt. Das Uniklinikum Jena bereitet sich auf die Ankunft des Ministerpräsidenten vor, wie Sprecherin Helena Reinhardt. Er werde in der Klinik an der Erlanger Allee in Jena-Lobeda erwartet. Einen Termin konnte sie nicht nennen.
Anwalt schließt Schadenersatzforderungen nicht aus
Der Anwalt von Althaus rechnet derweil mit einem schnellen Abschluss der Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Spätestens in zwei Wochen werde die Staatsanwaltschaft nach seiner Einschätzung über einen Strafprozess entscheiden, sagte er dem Sender MDR 1 Radio Thüringen. Außerdem erwarte er Schadenersatzforderungen.
Das persönliche Zusammentreffen der Familie des Opfers mit der Ehefrau von Althaus und dessen Stellvertreterin Birgit Diezel bei der Beerdigung der 41-jährigen Frau verlief versöhnlich: Witwer Bernhard Christandl nannte Katharina Althaus in Interviews eine "sehr mutige Frau". Diezel sprach von einer freundlichen Aufnahme.
Schuldfrage für Witwer unbedeutend
Christandl sagte der Illustrierten "Bunte", für ihn spiele es "letztendlich keine Rolle", wer an dem Skiunfall die Schuld trage. "Es war ein Unfall. Meine Frau ist tot und sie wird auch nicht mehr lebendig", sagte der 47-Jährige. Aber natürlich wolle er genau wissen, wie seine Frau zu Tode kam.
Finanzministerin Diezel war am Mittwochabend nicht zu dem schwer verletzten Ministerpräsidenten vorgelassen worden. Aus medizinischen Gründen sei dies nicht möglich gewesen, erklärte ein Krankenhaussprecher. Trotzdem geht die CDU-Politikerin nach eigenen Worten fest davon aus, dass ihre Partei mit Althaus als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 30. August zieht.
Eine zeitliche Prognose zum Heilungsprozess wollten die österreichischen Ärzte nicht geben. Die Dauer eines Durchgangssyndroms sei sehr unterschiedlich. "Das lässt sich nicht beschleunigen", sagte Oberarzt Hubert Artmann. "Es können nur die Rahmenbedingungen verbessert werden." Das bedeute, dass Althaus von allen Belastungen ferngehalten werden müsse, "damit das eigene Ich wieder kommen kann".
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