Bundeswehrverband zu Guttenberg-Affäre: Angekratzte Glaubwürdigkeit schadet der Truppe
zuletzt aktualisiert: 24.02.2011 - 09:45Passau (RPO). Das Ansehen des Verteidigungsministers in der Bundeswehr ist nach Ansicht des Vorsitzenden des Deutschen Bundeswehrverbandes durch die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenbergs (CSU) Doktorarbeit beschädigt worden. "Die Glaubwürdigkeit des Ministers ist angekratzt. Daran besteht kein Zweifel", sagte Oberst Ulrich Kirsch in einem Interview.
Doch der Chef des Bundeswehrverbands verweist auf die unterschiedlichen Reaktionen in der Truppe. "Die Soldaten im Auslandseinsatz beschäftigt diese Angelegenheit wenig. Ihnen kommt es darauf an, dass sich der Minister um ihre Anliegen kümmert. Das tut er", sagte Kirsch gegenüber der "Passauer Neuen Presse".
An den Standorten in Deutschland werde die Sache schon differenzierter gesehen. "Diejenigen, die an den Bundeswehruniversitäten wissenschaftlich arbeiten oder gearbeitet haben, sagen klar und deutlich: Das geht so nicht!"
Kirsch: Rücktritt unnötig
Dennoch fordert Kirsch nicht den Rücktritt des Ministers. "Ich sehe keine Notwendigkeit für einen solchen Schritt. Die Bundeswehrreform ist das Projekt von Herrn zu Guttenberg. Sie wird mit ihm in Verbindung gebracht. Da darf er nicht aus der Verantwortung gelassen werden. Die Bundesregierung als Ganzes muss bei der Bundeswehrreform Farbe bekennen."
"Ich kann nur alle anmahnen, von den Machtfragen zu den Sachfragen zu kommen", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Kirsch am Donnerstag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Wir haben eine Reform ins Haus stehen, die in dieser Größe noch nie da war." Noch sei "keine Entscheidung" zum Umbau der Streitkräfte getroffen worden. Vor allem in der Frage der Schließung von Bundeswehr-Standorten erwarteten die Soldaten bald Klarheit.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum