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Hannover Messe 2015
Merkel: Energiewende steckt in "kritischer Phase"

Angela Merkel: Energiewende steckt in "kritischer Phase"
Angela Merkel eröffnet die Hannover Messe 2015. FOTO: afp, apr
Hannover. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonntag gemeinsam mit dem indischen Premierminister Narendra Modi die Hannover Messe eröffnet. In ihrer Eröffnungsrede räumt die CDU-Politikerin Probleme mit der Energiewende ein.

Nach ihrer Darstellung steckt die Energiewende in Deutschland in einer kritischen Phase. Deutschland mache derzeit bei der schnellen Umstellung der Energieversorgung eine "Lernerfahrung", sagte Merkel. "Wir sind im Augenblick in einer kritischen Phase, in der der Anteil der erneuerbaren Energien aus der Nische heraus zur Hauptsäule unserer Energieversorgung geworden ist", sagte die Kanzlerin. Die Folgen der Umstellung würden das Land noch viele Jahre beschäftigen. Es sei deshalb wichtig, die Rahmbedingungen so zu gestalten, dass die Energiekosten bezahlbar blieben und die Energieerzeugung zukunftsweisend sei. "Ohne berechenbare Energieversorgung keine Zukunft der Industrie", sagte sie.

Ausdrücklich forderte Merkel ein, dass Deutschland bei den erneuerbaren Energien seine Weltmarktführung behaupten müsse. "Es gibt 130, 140 Länder, die ihre Produktion erneuerbarer Energien fördern, die Schritt für Schritt umsteigen. Auch hier sollte Deutschland seine führende Position weiter ausbauen", forderte Merkel.

Die große Koalition will im Juni nicht nur über den Bau neuer Stromtrassen entscheiden, sondern auch über den künftigen Mix der verschiedenen Energieträger nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie. In den vergangenen Monaten hatte es verstärkt Kritik daran gegeben, dass trotz der erklärten Klimaschutzziele wegen der billigen Kohlendioxid-Zertifikate verstärkt Kohle zur Stromerzeugung eingesetzt wird.

Partnerland Indien

Indien ist diesmal das Partnerland der weltgrößten Industrieschau mit gut 6500 Ausstellern aus rund 70 Ländern. Unter dem Motto "Integrated Industry - Join the Network" (etwa: Vernetzte Industrie - tritt dem Netzwerk bei) bietet die Schau einen Blick auf die Fabrik der Zukunft, bei der Maschinen zunehmend miteinander vernetzt sind. Smarte Anlagen und intelligente Maschinenparks gelten als die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automation ("Industrie 4.0").

Modi warb bei der Eröffnung für einen noch stärkeren Schulterschluss mit Deutschlands Wirtschaft. "Wenn wir die Träume unserer Jugend wahr machen wollen, dann muss unsere Nation Drehscheibe werden für die Produktion auf der Welt. Und wir benötigen dafür Investitionen und Initiativen", sagte der Premierminister.

(REU)
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