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Flüchtlingsdebatte
Kanzlerin Merkel spricht Minister de Maizière ihr Vertrauen aus

Porträt: Thomas de Maizière - Kanzleramtschef, Verteidigungsminister, Innenminister
Porträt: Thomas de Maizière - Kanzleramtschef, Verteidigungsminister, Innenminister FOTO: dpa, nie pil his
Berlin. Angesichts seines Alleingangs in der Flüchtlingskrise hat sich Bundesinnenminister Thomas de Mazière viel Kritik anhören müssen, aber auch Unterstützung bekommen. Und auch die Kanzlerin hält an ihm fest.

Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert genießt de Maizière weiterhin das uneingeschränkte Vertrauen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Seibert äußerte sich am Montag in Berlin mit Blick auf jüngste Irritationen in der großen Koalition. Der Innenminister hatte erklärt, die Bürgerkriegsflüchtlinge sollten zunächst nicht das Recht auf den Nachzug ihrer Familien haben. Der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, zeigte sich davon überrascht.

Die SPD wertete die Aussagen de Maizieres als Bruch des Asylkompromisses vom Donnerstag. Scharfe Kritik gab es auch vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Er bezeichnete eine Beschränkung des Familiennachzugs für Kriegsflüchtlinge als "zutiefst unmenschlich".  Zwar lenkte de Maizière ein und legte seinen Vorstoß auf Eis. Maßgebliche Unionspolitiker, darunter Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, machten sich aber die Forderung nach dem mindestens zeitweisen Verbot des Familiennachzugs zu eigen.

Seibert wollte diese Vorgänge nicht kommentieren, sondern erklärte lediglich, die Bundesregierung arbeite mit voller Kraft an der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Ziel sei es, Menschen in Not zu helfen. "Wir wollen Fluchtbewegungen ordnen und steuern", sagte der Regierungssprecher. Der Sprecher des Bundesinnenministers erklärte, es gebe in der Frage des Umgangs mit syrischen Flüchtlingen noch "Gesprächsbedarf" in der Koalition.

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(das/REU)
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