| 21.10 Uhr

"Bürger-Dialog"
Bundesregierung reagiert auf Kritik an Merkel

Angela Merkel und das weinende Flüchtlingsmädchen: Die Bundesregierung reagiert
Die Kanzlerin und das weinende Flüchtlingsmädchen - dieser Clip wurde im Netz heiß diskutiert. Nun hat die Bundesregierung auf die Kritik reagiert. FOTO: Youtube
Berlin. Das Video vom Bürger-Dialog in Rostock, bei dem sich Angela Merkel einem weinenden Flüchtlingsmädchen gegenübersah, wird im Netz seit Stunden diskutiert. Viele werfen der Kanzlerin fehlendes Einfühlungsvermögen vor. Jetzt hat die Bundesregierung auf die Kritik reagiert. Von Laura Sandgathe

Merkel habe auf den Gefühlsausbruch der kleinen Reem beim "Bürger-Dialog" unterkühlt reagiert. Diese Kritik war am Donnerstag überall im Netz zu lesen. Nachdem später außerdem öffentlich wurde, dass die Bundesregierung auf ihrer Internetseite "Gut Leben in Deutschland" einen Text zu dem Vorfall nachträglich umgeschrieben hatte, sah sie sich offenbar zu einer Reaktion gezwungen.

Auf der Facebook-Seite der Bundesregierung wurde am Abend das komplette Video des Gesprächs zwischen Merkel und den Schülern der Rostocker Paul-Friedrich-Scheel-Schule gepostet. Darunter wird zum Diskurs aufgerufen.

Außerdem wird auf zwei "Verbesserungen" hingewiesen, die die Bundesregierung nach eigener Aussage bald in der Asylpolitik umsetzen will: "Asylverfahren sollen schneller bearbeitet werden" und das neue Gesetz im Bleiberecht, das die Bundesregierung "bereits im Dezember 2014" auf den Weg gebracht habe, soll umgestetzt werden. Der Beitrag schließt mit den Worten: "Wir freuen uns auf die Diskussion mit Ihnen".

Liebe Community, im Netz diskutieren viele Nutzer über ein Gespräch der Kanzlerin mit einer libanesischen Schülerin....

Posted by Bundesregierung on  Donnerstag, 16. Juli 2015

Und die ist auch schon in vollem Gange. Unter dem Post gibt es viele positive Kommentare, viele Nutzer freuen sich, dass nun das komplette Video veröffentlicht wurde und die Szene nicht mehr aus dem Zusammenhang gerissen wird. Andere üben weiter Kritik, wieder andere haben ganz konkrete Fragen. Ein Nutzer schreibt: "Kann die junge Frau und ihre Familie denn bleiben? Sie ist offensichtlich gut integriert, hat Ziele und arbeitet zielstrebig darauf hin sich ihre Träume zu erfüllen. Ich finde das könnte die Bundesregierung zur " Chefsache " machen". Die Antwort der Bundesregierung ist zurückhaltend: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir an dieser Stelle keine Aussagen über Einzelfälle machen können".

Auf viele Kommentare hat das Redaktionsteam der Facebook-Seite direkt geantwortet. Es scheint, als habe die Bundesregierung in Sachen Bürger-Dialog dazugelernt.

(lsa)
 
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