| 16.30 Uhr

Ägyptischer Präsident auf Staatsbesuch
Pressekonferenz mit Merkel und Al-Sisi endet in Tumult

Eklat bei Pressekonferenz von Merkel und Al-Sisi
Eklat bei Pressekonferenz von Merkel und Al-Sisi FOTO: dpa, bvj sab soe
Berlin. Bei der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi ist es zu einem Tumult gekommen. Eine Journalistin beschimpfte Al-Sisi als Mörder. Unterdessen skandierte die ägyptische Delegation "Es lebe Ägypten".

Der ägyptische Staatschef ist am Mittwoch zu Besuch in Deutschland. Am Nachmittag hielten Al-Sisi und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine gemeinsame Pressekonferenz im Kanzleramt in Berlin. Als diese offiziell bereits beendet war, bat eine Gegnerin des ägyptischen Al-Sisi-Regimes - eine Frau mit Kopftuch und in Deutschland arbeitende Journalistin - lautstark um die Möglichkeit, eine Frage stellen zu können. Als diese nicht mehr zugelassen wurde, schrie sie, Al-Sisi sei ein Mörder.

Die ägyptische Presse-Delegation sprang daraufhin nahezu geschlossen auf und schrie im Chor zurück: "Es lebe Ägypten, es lebe Ägypten." Dabei deuteten die ägyptischen Medienvertreter wütend auf die Frau, die abgeführt wurde. Al-Sisi und Merkel verließen schnell den Saal.

Zuvor verstießen die meisten ägyptischen Journalisten gegen die Gepflogenheiten im Kanzleramt, indem sie Al-Sisi während seines Statements laut applaudierten. Die Medienbetreuer des Kanzleramts hatten Mühe, die Ägypter zu beruhigen.

(dpa)
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