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Von G8-Gipfel: Annan fordert Verdopplung von Entwicklungshilfe

zuletzt aktualisiert: 06.07.2005 - 20:17

Gleneagles (rpo). UN-Generalsekratär Kofi Annan hat zum Auftakt des G8-Gipfels im schottischen Gleneagles die reichen Staaten aufgefordert, ihre Entwicklungshilfe für Afrika mehr als zu verdoppeln. Die Ärmsten der Welt bräuchten mehr und bessere Entwicklungshilfe, größere Schuldenerleichterungen und ein Ende der Agrarbeihilfen in den reichen Staaten, sagte Annan am Mittwochabend in London.

Die "einmalige Chance" im Kampf gegen die Armut müsse genutzt werden. Nach gewalttätigen Zusammenstößen mit Demonstranten im nahe gelegenen Stirling untersagte die Polizei eine geplante Demonstration in Auchterarder bei Gleneagles.

Die Ärmsten der Welt in den Ländern südlich der Sahara würden immer ärmer, sagte Annan am Mittwochabend in der Londoner St. Pauls-Kathedrale. Kinder- und Müttersterblichkeit seien bedenklich hoch, Millionen lebten in Hunger. Viele der betroffenen Staaten würden die Umsetzung der Millenniumsziele zum Kampf gegen die Armut voraussichtlich verfehlen. "Wir müssen die weltweite Entwicklungshilfe in den nächsten paar Jahren mehr als verdoppeln. Nichts anderes wird helfen, die Ziele zu erreichen", mahnte der UN-Generalsekretär.

Die britische Regierung will bei dem dreitägigen G-8-Gipfel bis Freitag unter anderem eine Verdopplung der Entwicklungshilfen für die armen Länder erreichen. Schon Anfang Juni hatten sich die G-8-Finanzminister darauf geeinigt, langfristig den rund 40 ärmsten Ländern der Welt ihre Schulden von rund 55 Milliarden Dollar bei internationalen Institutionen wie der Weltbank vollständig zu erlassen. Weiteres wichtiges Gipfelthema ist der Kampf gegen die Erderwärmung. US-Präsident George W. Bush erkannte den Klimawandel kurz vor Gipfelauftakt als vom Menschen gemachtes Problem an, lehnte den Kyoto-Prozess als Lösungsweg aber erneut ab, weil er "nicht funktioniert". Zur G8 gehören neben Großbritannien die USA, Kanada, Deutschland, Italien, Frankreich, Japan und Russland.

In Stirling rund eine Stunde vom Tagungsort Gleneagles entfernt lieferten sich vermummte Demonstranten am Morgen Zusammenstöße mit der Polizei. Rund 200 Demonstranten zogen durch die Stadt, warfen mit Steinen, stießen Autos um und errichteten Straßensperren. Die Polizei nahm 16 Demonstranten fest, acht Polizisten wurden leicht verletzt. Der schottische Ministerpräsident Jack McConnell zeigte sich enttäuscht darüber, dass "ein paar hart gesottene Schläger" die Aufmerksamkeit von den beim G-8-Gipfel diskutierten Problemen ablenkten.

Die Polizei verbot als Reaktion auf die Krawalle eine Demonstration in Auchterarder mit geplanten 5000 Teilnehmern. Die Organisatoren wollten dennoch an dem Protestmarsch festhalten. Gegen Mittag waren bereits etwa tausend Demonstranten in der schottischen Kleinstadt versammelt. Die Polizei sperrte eine der wichtigsten Zufahrsstraßen nach Gleneagles und richtete rund um den Tagungsort zahlreiche Kontrollpunkte ein. Insgesamt sind mehr als 10.000 Polizisten zur Sicherung des Gipfels abgestellt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach sich kurz vor Gipfelauftakt für einen vollständigen Schuldenerlass für die ärmsten Länder Afrika aus. "Mein Ziel ist es, dass wir in Gleneagles beschließen, den hochverschuldeten, ärmsten Entwicklungsländern ihre Schulden vollständig zu erlassen", schrieb er in einem Beitrag für den "Tagesspiegel". Beim Thema Klimaschutz bekräftigte Schröder die Bedeutung des von den USA nicht unterzeichneten Kyoto-Protokolls. Der Weg, der mit dem Kyoto-Protokoll begonnen worden sei, müsse konsequent fortgesetzt werden.

Quelle: afp

 
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