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Brüsseler Anschläge
Polizeigewerkschaft warnt vor "langer Terrorperiode"

Deutschland erhöht die Sicherheitsmaßnahmen
Deutschland erhöht die Sicherheitsmaßnahmen FOTO: dpa, hk gfh
Passau. Nach den Anschlägen in Brüssel geht die Sorge vor weiterem Terror um. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, geht davon aus, dass es auch Deutschland treffen wird.

Er bewertet die Brüsseler Anschläge als Alarmsignal für ganz Europa. "Wir müssen mit einer langen Terrorperiode rechnen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). Auch die deutschen Sicherheitsbehörden seien gefordert. "London, Madrid, Paris, jetzt Brüssel. Auch deutsche Städte werden davon auf Dauer nicht verschont bleiben."

Wendt forderte ein höheres Tempo bei den Sicherheitsvorkehrungen. In Deutschland werde die Bundespolizei aktuell mit Anti-Terror-Einheiten ausgestattet. Dazu gehöre jetzt auch die Verbesserung der Ausrüstung - wie bessere Schusswesten und schusssichere Helme und gepanzerte Fahrzeuge. "Das geschieht nun sehr hektisch, obwohl die wachsende Bedrohung seit Jahren bekannt ist", sagte Wendt. "Bisher müssen Bundespolizisten noch mit einem normalen VW-Bus zu den Grenzkontrollen fahren."

Die EU-Partner und ihre Sicherheitsbehörden müssten noch enger zusammenrücken und zusammenarbeiten. Der Informationsaustausch zwischen Polizei, Justiz und EU-Behörden sollte verbessert werden.
"Wir brauchen ein europäisches Abwehrzentrum."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière geht davon aus, dass das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England am Samstag in Berlin gleichwohl stattfinden kann. "Wir haben keine Hinweise auf eine Sicherheitsgefährdung, und wir wollen - wenn es irgendwie geht - unser freiheitliches Leben nicht durch den Terror beeinflussen lassen", sagte er dem "RTL Nachtjournal". Im ZDF forderte er erneut einen besseren Austausch sicherheitsrelevanter Daten in Europa.

Zitate: So reagieren Politiker in Deutschland und der Welt

Am Dienstag teilte das NRW-Innenministerium mit, derzeit gebe es keine Anhaltspunkte für konkrete Gefahren in Nordrhein-Westfalen. "Die Polizei hat keine Hinweise in Bezug auf Deutschland", sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD). Dennoch hätten Bund und Länder verabredet, offene und verdeckte Sicherheits- und Schutzmaßnahmen hochzufahren sowie Grenzkontrollen zu verstärken.

(pst/RP/dpa)
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