kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Interview mit Gerald Weiß (CDA): "Anständiger Lohn für Arbeit"

VON EVA QUADBECK FÜHRTE DAS INTERVIEW - zuletzt aktualisiert: 29.05.2007 - 06:39

Berlin (RP). Gerald Weiß, Vorsitzender der CDU-/CSU-Arbeitnehmergruppe, spricht im Interview mit unserer Redaktion unter anderem über Pflegeversicherung, Mindestlöhne und staatliche Subventionierung von Arbeit.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) fordert mehr soziale Sicherung für die Menschen. Auf welchem Wege?

Weiß Unser wichtigstes Anliegen ist eine Mitarbeiterbeteiligung am Kapital der Unternehmen. Die Weichen dafür sind gestellt. Wir sind zuversichtlich, dass wir noch in dieser Legislaturperiode eine Lösung hinbekommen. Weiteres Thema: Rente. Nachdem wir die Rentenversicherung mit der Rente ab 67 langfristig wetterfest gemacht haben, muss nun die private Altersvorsorge an Gewicht gewinnen. Dafür empfehlen wir, dass die Entgeltumwandlung bei der Betriebsrente auch künftig sozialversicherungsfrei bleibt. Ein weiterer Punkt ist, dass die Reform der Pflegeversicherung für Arbeitnehmer kostenneutral gestaltet werden sollte.

Wie kann das bei der Pflegeversicherung funktionieren?

Weiß Wir sehen Raum für eine weitere kräftige Senkung der Arbeitslosenversicherung aufgrund der rückläufigen Arbeitslosigkeit. Wir könnten den Arbeitslosenbeitrag für die Arbeitnehmer um 0,5 Prozentpunkte absenken und den Beitrag zur Pflegeversicherung um den gleichen Betrag anheben. Das wäre im Ergebnis belastungsneutral.

Wie wird sich das auf die Arbeitgeber auswirken?

Weiß Dieses Modell bietet auch die Chance, die Lohnnebenkosten zu senken. Dies ist möglich, wenn der Arbeitgeber zwar von der Senkung der Arbeitslosenversicherung profitiert, nicht aber mehr für die Pflege zahlen muss. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft diskutiert auch die zweite Variante, ob wir nicht allein den Arbeitnehmer in der Arbeitslosenversicherung entlasten und in der Pflege belasten. Für den Arbeitgeber würde sich dann nichts ändern.

Sehen Sie die Kanzlerin als Verbündete für Ihre Anliegen?

Weiß Wir sind nicht in allen Fragen einer Meinung. Die Kanzlerin hat aber viel Verständnis für die soziale Sicherung. Im Koalitionsvertrag ist die Konsolidierung und Stabilisierung der Sozial-Systeme an zweiter Stelle nach der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als Ziel definiert.

Sehen sie eine Kompromisslinie beim Thema Mindestlohn?

Weiß Ich sehe einen Kompromiss in der Ausweitung des Entsendegesetzes. Die Gebäudereiniger werden ab dem 1. Juli als wichtige Partner einbezogen. Als weitere Branchen sollten Postdienstleistungen und das Bewachungsgewerbe einbezogen werden. In der Union gibt es ein wachsendes Verständnis, diesen Weg zu gehen. Allein die Sittenwidrigkeit reicht nicht, um gegen Dumpinglöhne vorzugehen. Die CDA wird darauf dringen, dass die Union einem uralten christlichen Grundsatz folgend dafür sorgt, dass Menschen, die 40 Stunden arbeiten, auch von den Früchten der Arbeit leben können: „Anständiger Lohn für anständige Arbeit“.

Sollen sie ohne staatliche Subvention von ihrer Arbeit leben können?

Weiß Es gibt Branchen und Gegenden in denen Kombilöhne als Ausnahme geschaffen werden können. In wenig produktiven, wettbewerbsintensiven Dienstleistungszweigen kommen Angebot von und Nachfrage nach Arbeit nur schwer zusammen. Hier kann ein Kombilohn „Katalysator“ sein - oder in schwachen Regionen und bei Arbeitnehmern mit Vermittlungshemmnissen. In jedem Fall muss er Ausnahme bleiben.

Gerald Weiß (61), aus Rüsselsheim, ist seit 1998 im Bundestag.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services