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Koalition im Bund
Grüne: Rot-Rot-Grün ist auch ohne Gysi eine Option

Anton Hofreiter: Rot-Rot-Grün ist auch ohne Gysi eine Option
Anton hofreiter sieht nach wie vor eine Option für Rot-Rot-Grün im Bund. FOTO: dpa, Carmen Jaspersen
Berlin. Auch nach dem angekündigten Rückzug von Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sehen die Grünen eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene als Option.

"Der Ball liegt jetzt im Spielfeld der Linken. Sie muss sich entscheiden, ob sie bereit ist, das Land tatsächlich mit linker Politik zu verändern oder weiter nur Fundamentalopposition machen will", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Er wünsche sich, dass es 2017 Alternativen gebe, sagte Hofreiter. Inhaltlich hätten SPD, Grüne und Linke in vielen Feldern eine ähnliche Stoßrichtung. "Die Linke muss mit ihrem linken Flügel klären, ob sie zu Kompromissen bereit ist. Sonst bleiben alle inhaltlichen Gemeinsamkeiten zwischen SPD, Grünen und Linken theoretisch."

Auch die SPD-Linke Hilde Mattheis bezeichnete Rot-Rot-Grün als "eine Option für 2017". Wenn ein solches Bündnis nur von Gysi abhängen würde, stünde es auf tönernen Füßen, sagte sie den Zeitungen. Ähnlich äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe: "Gysis Rückzug ist jetzt auch eine Chance, dass die Linkspartei die Frage der Regierungsbeteiligung für sich klärt."

Mit Blick auf die beiden Favoriten für die Gysi-Nachfolge, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, sagte Schwabe, auch die Parteilinke Wagenknecht werde sich die Frage neu stellen müssen, ob Opposition auf Dauer eine vernünftige Strategie sei. Gysi hatte am Wochenende angekündigt, dass er den Posten des Fraktionsvorsitzenden nach zehn Jahren aufgeben werde.

(dpa)
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