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Streit um elektronische Gesundheitskarte: AOK widerspricht Ärzten

zuletzt aktualisiert: 11.08.2008 - 07:02

Osnabrück (RPO). Im Streit um die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte hat die AOK teils gänzlich andere Position bezogen als die Bundesärtzekammer. In erster Linie geht es um die Online-Anbindung der medizinischen Daten, die auf der Karte gepeichert werden sollen.

Die neue Gesundheitskarte kommt als Kompromiss daher.  Foto: AP, AP
Die neue Gesundheitskarte kommt als Kompromiss daher. Foto: AP, AP

In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" wandte sich der AOK-Bundesvorsitzende Hans-Jürgen Ahrens gegen die Forderung der Ärzte, die Online-Anbindung dürfe nur freiwillig geschehen. "Online-Anwendungen sind eine sehr sinnvolle gesetzliche Vorgabe", sagte Ahrens. "Ansonsten steckt hinter der Kritik bloß der Versuch, noch mehr Geld von den Kassen herauszuholen. Das lehnen wir ab."

Bedenken wegen eines Missbrauchs von Daten wies der AOK-Chef zurück. Patienten hätten bei der elektronischen Gesundheitskarte nichts zu befürchten. Der Zugriff auf sensible Daten wie Arztberichte sei durch ein strenges Sicherheitssystem geschützt. Es funktioniere wie beim Bankautomaten mit einer Geheimnummer, nur mit dem Unterschied, dass Informationen statt Geld "abgehoben" und "eingezahlt" werden könnten.

"Die Krankenkassen werden keinen Zugriff auf die medizinischen Daten der Versicherten haben", betonte Ahrens. Ein Zwei-Schlüssel-Prinzip garantiere, dass ohne Einwilligung der Versicherten niemand auf sensible Daten zugreifen könne. Ein Patient muss demnach ebenso wie ein Arzt oder Apotheker seine Geheimnummer eingeben.

Der AOK-Vorsitzende warnte vor einer übereilten Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die Zeitplanung sei immer sehr ehrgeizig gewesen. "Gerade bei so einem Großprojekt muss aber Qualität vor Schnelligkeit gehen", sagte Ahrens. Erst wenn die "Funktionsfähigkeit der Telematikinfrastruktur" zweifelsfrei nachgewiesen sei, sollten elektronische Gesundheitskarten ausgegeben werden. Bisherige Tests hätten gezeigt, dass die Eingabe der Geheimnummer für alte Patienten noch zu schwierig sei. 2009 werde aber erst nach und nach nur eine Basiskarte ausgegeben, für die diese Geheimnummer noch nicht nötig sei.

Quelle: afp

 
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