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Integrationsprobleme
Kaum Fachkräfte unter den Flüchtlingen

Arbeitsmarktsprobleme: Wenig Fachkräfte unter den Flüchtlingen
Noch wächst die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge schneller als die Zahl der erwerbstätigen, geht aus einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit hervor. FOTO: dpa, skh vfd lof
Exklusiv | Berlin. Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen geht nur langsam voran. Das geht aus einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit hervor, der unserer Redaktion vorliegt. Die Zahl der Arbeitslosen unter den Flüchtlingen wächst demnach schneller als jene der Erwerbstätigen. Von Eva Quadbeck

Die Arbeitslosenquote von Erwerbsfähigen aus den acht wichtigsten nicht-europäischen Asylherkunftsländern lag dem Bericht zufolge im Juni bei 52 Prozent. Damit ist sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als zehn Prozentpunkte gestiegen. Damals lag sie bei 41,5 Prozent. Zu den acht Ländern zählen Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Iran, Nigeria, Pakistan und Somalia.

In absoluten Zahlen: Aktuell sind 170.000 Menschen aus diesen Ländern arbeitslos, davon sind 153.000 Flüchtlinge. Im August waren insgesamt 346.000 geflüchtete Menschen bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet. Noch wächst die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge schneller als die Zahl der erwerbstätigen. "Die Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt braucht Zeit", heißt es im Bericht der BA.

Von denen, die einen Job gefunden haben, ist die Mehrzahl im Reinigungsgewerbe, der Lagerei und Logistik, als Köche, im Verkauf sowie im Büro und Sekretariat tätig. Der Großteil der arbeitslosen Flüchtlinge ist jünger als 35. Für drei Fünftel kämen nur Helfertätigkeiten infrage, da sie noch nicht gut genug Deutsch sprächen, zu jung seien, um bereits einen Beruf erlernt zu haben oder keinen anerkannten Berufsabschluss vorweisen könnten, heißt es in dem Bericht. Als Fachkräfte gelten 14 Prozent der Flüchtlinge, als Experten drei Prozent.

Die Bundesagentur rechnet damit, dass die Flüchtlinge im zweiten Halbjahr 2016 noch mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt bringen werden. Dann könnten schon viele von ihnen ihren Sprachkursus oder ihre Qualifizierungsmaßnahme beendet haben und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Quelle: RP
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