ARD-Deutschlandtrend

Zustimmung für Jamaika sinkt

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Rande der Jamaika-Sondierungen (Archiv). FOTO: dpa, gam kde

Berlin. In einer Umfrage finden nur noch 45 Prozent eine Koalition aus Union, FDP und Grünen gut oder sehr gut. Auch Kanzlerin Merkel und FDP-Chef Lindner verlieren an Zustimmung. Eine Mehrheit wünscht sich sogar einen Rückzug von Seehofer. 

Mit zunehmender Dauer der Verhandlungen über eine mögliche Regierung aus CDU, CSU, FDP und Grünen sinkt in der Bevölkerung die Zustimmung zu einem Jamaika-Bündnis. Laut dem ARD-Deutschlandtrend findet nur noch eine Minderheit von 45 Prozent der Befragten eine Koalition der vier Parteien sehr gut oder gut. Das sind zwölf Punkte weniger als Anfang Oktober. 52 Prozent finden diese Zusammensetzung weniger gut oder sogar schlecht. Für den Deutschlandtrend wurden am Montag und Dienstag 1005 Bürger befragt.

Besonders bei den Anhängern der Grünen ist die Zustimmung zu "Jamaika" gesunken: Zwar würden 55 Prozent von ihnen ein Bündnis ihrer Partei mit CDU, CSU und FDP begrüßen. Aber das sind 21 Punkte weniger als im Vormonat. Bei den Anhängern der FDP ist die Zustimmung um neun Punkte auf 71 Prozent gesunken, bei den Anhängern von CDU und CSU auf 70 Prozent (minus zwei Punkte). 68 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Jamaika-Koalition zustande kommen wird (minus sieben Punkte). 30 Prozent der Befragten glauben das nicht (plus neun). 

Mehrheit für Seehofers Rückzug

15 Zitate der Jamaika-Sondierer FOTO: dpa, fe_dt lim jai

Auch die Jamaika-Chefunterhändler von Union und FDP verlieren an Zustimmung in der Bevölkerung:

Eine Mehrheit der Befragten von 62 Prozent plädiert für einen Rückzug Seehofers von seinen politischen Ämtern nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen. Bei den Befragten in Bayern sind ebenfalls 62 Prozent dieser Auffassung. 56 Prozent der Bürger gaben an, dass die CSU ihrer Meinung nach unverhältnismäßig viel Macht in der Union hat.

Rückendeckung gibt es für die Forderung der FDP nach kompletter Abschaffung des Solidaritätszuschlags, was 51 Prozent der Befragten unterstützen. 29 Prozent sind dafür, den Soli nur für niedrige und mittlere Einkommensgruppen abzuschaffen. 18 Prozent wollen ihn unverändert beibehalten.

Union verliert, SPD gewinnt dazu

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap fragte außerdem 1505 Menschen, welche Partei sie wählen würden, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Die Sonntagsfrage im Auftrag der Tagesthemen ergab folgendes Ergebnis: 

(wer/REU)

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