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Statistik
Jeder dritte EU-Asylbewerber stellt Antrag in Deutschland

Asyl: Jeder dritte Antrag in Deutschland
45 Prozent aller Anträge werden in erster Instanz zugesagt. FOTO: dpa, jbu bra pzi
Luxemburg. Im vergangenen Jahr hat jeder dritte Asylbewerber in der EU seinen Antrag in Deutschland gestellt. Das geht aus einer Erhebung des europäischen Statistikamts Eurostat hervor. In Deutschland nahm somit 2014 die Zahl der Asylbewerber um 60 Prozent zu.

Demnach waren es in Deutschland 202.700 von EU-weit 626.000 (rund 32 Prozent der Asylbewerber insgesamt), gefolgt von Schweden mit 81.200 und Italien mit 64.600 (rund 10 Prozent). In Deutschland nahm somit 2014 die Zahl der Asylbewerber um 60 Prozent zu. In der gesamten EU waren es 191.000 registrierte Asylanträge mehr als im Vorjahr; Eurostat spricht von einem "Spitzenwert"; 2008 waren es demnach noch EU-weit insgesamt rund 225.000.

Die meisten Asylbewerber (rund 20 Prozent) kamen dem Bericht zufolge aus Syrien. Von dort stellten insgesamt 123.000 Menschen einen Antrag in der EU, 72.000 mehr als im Vorjahr. In Deutschland waren es 41.100 Syrer.

Die zweitgrößte Gruppe EU-weit waren Bewerber aus Afghanistan mit 41.300. An dritter Stelle standen 2014 Asylbewerber aus dem Kosovo mit 37.900. Mehr als die Hälfte davon stellten ihren Antrag in Ungarn.

45 Prozent aller Anträge wurden demnach in erster Instanz zugesagt. In 163.000 Fällen wurden ein Flüchtlingsstatus, ein Schutzstatus oder eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen zuerkannt. Syrische Antragsteller waren mit 66.300 Zusagen die größte Gruppe, denen 2014 in der EU Schutzstatus zuerkannt wurde.

(KNA)
 
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