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Hintergrund: Atomlager in Deutschland

zuletzt aktualisiert: 08.03.2006 - 14:38

Berlin (rpo). In Deutschland gibt es außer dem geplanten Atommüllendlager Schacht Konrad in Niedersachsen nur ein einziges anderes Endlager für radioaktiven Müll. Es handelt sich um das frühere Salzbergwerk Morsleben in Sachsen-Anhalt. Ein Überblick über geplante und bestehende Endlager.

MORSLEBEN:

In Morsleben wurde 1971 mit der Einlagerung von Atommüll vor allem aus den DDR-Atomkraftwerken begonnen. Nach der Wende wurde auch Abfall aus westdeutschen AKW eingelagert, obwohl es immer wieder Sicherheitsbedenken gegen das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe gab. Wegen drohender Einsturzgefahr mussten wiederholt Hohlräume in der Deponie verfüllt werden. Die damalige rot-grüne Bundesregierung stoppte nach ihrem Amtstritt 1998 die Verfrachtung radioaktiver Abfälle in das Lager. Insgesamt lagern in Morsleben 37.000 Kubikmeter Atommüll. Im vergangenen September legte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Konzept zur Stilllegung des Endlagers vor. Danach soll der radioaktive Müll mit vier Millionen Kubikmeter Salzbeton verschlossen werden.

SCHACHT KONRAD:

Der Planfeststellungsbeschluss für das geplante Endlager Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter wurde 2002 nach knapp 20-jährigem Verfahren erlassen. In dem ehemaligen Eisenerzbergwerk, das von 1957 bis 1976 betrieben wurde, sollen künftig rund 300.000 Tonnen schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Forschung, Medizinbetrieb und Atomkraftwerken einlagert werden. Nach der endgültigen gerichtlichen Entscheidung wird es noch mindestens vier Jahre dauern, bis mit der Einlagerung des Atommülls begonnen werden kann. Bislang investierten die Energiekonzerne knapp eine Milliarde Euro in den Ausbau des Berkwerks zu einem Endlager. Der Betrieb von Schacht Konrad mit zwei Fördertürmen und mehr als 40 Kilometern Stollen ist auf 80 Jahre angelegt.

ERKUNDUNGSBERGWERK GORLEBEN:

Die niedersächsische Landesregierung unter dem damaligen Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) eröffnete 1979 das Planfeststellungsverfahren zur unterirdischen Endlagerung hochradioaktiver Abfälle aus den deutschen Atomkraftwerken in Gorleben. Mehr als eine Milliarde Euro hatte die Energiewirtschaft bereits in das Erkundungsbergwerk investiert, als die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 ein Moratorium verhängte, das auf höchstens zehn Jahre angelegt ist. Seither ruhen alle geologischen Untersuchungen und Erweiterungen des Bergwerks. Während dieser Zeit sollen konzeptionelle und sicherheitstechnische Fragen geklärt und weitere Standorte geprüft werden. Das Erkundungsbergwerk ist nicht zu verwechseln mit dem nur wenige hundert Meter entfernte Zwischenlager Gorleben, das so genannte Transportbehälterlager (TBL).

FORSCHUNGSBERGWERK ASSE:

Asse ist im rechtlichen Sinne kein Endlager und fällt nicht in die Zuständigkeit des BfS. Es dient Forschungszwecken. Das im Raum Salzgitter gelegene Bergwerk Asse untersteht der Bergaufsicht, die auch die atomrechtliche Aufsicht wahrnimmt. Seit 1967 wurden in Asse insgesamt rund 125.000 Fässer mit schwachradioaktiven Abfällen und etwa 1300 Fässer mit mittelradioaktivem Abfall im Rahmen von Versuchsprogrammen eingelagert. 1976 wurde die Einlagerung in dem ehemaligen Salzbergwerk eingestellt.

Quelle: afp

 
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