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Attacke auf BVB-Bus
Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Explosionen am BVB-Mannschaftsbus
Berlin. Bei der Sprengstoff-Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus ist weiterhin unklar, von wem die Tat verübt wurde: Es gibt Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund, ein zweites Bekennerschreiben deutet jedoch auf einen antifaschistischen Hintergrund hin. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

In einem Bekennerschreiben, das in der Nähe des Tatorts gefunden worden war, deuten Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund für die Tat. Nun prüfen Ermittler jedoch ebenfalls die Authentizität eines zweiten Bekennerschreibens, das möglicherweise aus der antifaschistischen Szene kommt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwoch wird in dem am späten Dienstagabend im Internet verbreiteten Schreiben in Antifa-Duktus erklärt, der Bus sei mit eigenes für den Anschlag angefertigten Sprengsätzen als "Symbol für die Politik des BVB" attackiert worden, die sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten einsetze.

Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR, WDR sowie der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwoch wird in dem ersten Bekennerschreiben jedoch auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt und den Einsatz deutscher Tornado-Kampfflugzeuge in Syrien Bezug genommen. Nach Angaben der dpa ist das Bekennerschreiben in deutscher Sprache verfasst worden und eine Seite lang. Im Blick der Ermittler seien aber auch gewaltbereite Fans oder andere Täter.

Bei der Sprengstoff-Attacke waren BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizeibeamter verletzt worden. Drei Explosionen hatten sich am Dienstagabend vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco nahe dem Bus ereignet. Die Partie wird am heutigen Mittwochabend (18.45 Uhr) nachgeholt.

Die Bundesanwaltschaft will weitere Informationen am frühen Nachmittag bekanntgeben. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) unserer Redaktion bestätigte, ist die Behörde mit den weiteren Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft beauftragt worden.

Am Morgen nach der Sprengstoff-Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sichert die Polizei den Tatort mit massiven Kräften ab. An den Zufahrten standen Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen. Querstehenden Polizeiautos blockierten die Straßen. Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Nummer 0231/1325555 bemühen sich die Beamten, Betroffene oder Interessierte über den Einsatz in Dortmund zu informieren.

(felt/lnw)
 
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