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SPD auf Kanzlersuche: Auch Thierse favorisiert Kurt Beck als Kanzlerkandidat

zuletzt aktualisiert: 10.08.2006 - 06:28

Osnabrück (rpo). Neben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sieht auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse den SPD-Parteivorsitzenden Kurt Beck als Favoriten auf die nächste Kanzlerkandidatur seiner Partei. "Dass der Parteivorsitzende immer ein erstes Zugriffsrecht hat, ist überflüssig zu sagen", erklärte Thierse. ´

Zudem sei Beck offensichtlich ein sehr überzeugender Ministerpräsident, "denn er hat ja gerade wieder eine Wahl in vorzüglicher Weise gewonnen"

Thierse lobte den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" als einen Mann von außerordentlicher politischer Erfahrung und mit erheblichen Fähigkeiten des Ausgleichs". Da noch keine Wahl anstehe, müsse man derzeit aber auch keinen Kanzlerkandidaten ausrufen, fügte der SPD-Politiker hinzu.

Dagegen warnte die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti in der "Frankfurter Rundschau" vor Erklärungen zu diesem Thema. Sie finde es nicht richtig, die SPD-Politik schon wieder zu personalisieren. Zunächst müsse die Programmdebatte geführt werden, zumal auch in der Union ein "offener Richtungsstreit" tobe.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des Magazins "Stern" sagte Umweltminister Sigmar Gabriel bereits, das jüngste Landtagswahlergebnis des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten sei die "Messlatte für den Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten der SPD". Beck lehnte eine Erklärung dazu ab.

Nach den Worten Gabriels darf sich die Partei bei der Auswahl ihres Spitzenkandidaten nicht mit 30 Prozent zufrieden geben: "Kurt Beck hat gezeigt, dass mehr drin ist. Und deshalb ist er auch der richtige Mann." Die Sozialdemokraten hatten unter Becks Führung am 26. März 45,6 Prozent der Stimmen und damit die absolute Mehrheit im rheinland-pfälzischen Landtag errungen.

Beck selbst vermied es, zu einer möglichen Kanzlerkandidatur für seine Partei Stellung zu nehmen. Der Illustrierten "Bunte" sagte der Ministerpräsident, er sei Parteivorsitzender, "und die Frage der Kanzlerkandidatur wird entschieden, wenn sie ansteht".

Sympathie für Beck äußerte in der "Mitteldeutschen Zeitung" auch der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels. "Der Parteivorsitzende ist immer der, auf den es zuläuft, wenn sich nichts ändert", sagte Bartels, der aber auch Gabriel und den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck als zum Kanzler geeignete Führungspersönlichkeiten hervorhob.

Quelle: ap

 
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