Neue Vorwürfe gegen BND: Auch ZDF-Korrespondent Tilgner bespitzelt
zuletzt aktualisiert: 24.04.2008 - 07:39Berlin (RPO). Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat möglicherweise in größerem Umfang Journalisten bespitzelt als bisher bekannt. Der frühere ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner erkärte, er habe während eines Kabul-Aufenthalts im vergangenen Jahr erfahren, dass er abgehört werde.
Tilgner sagte der "Berliner Zeitung" ein hoher deutscher Diplomat habe ihm erklärt: "Sie müssen verstehen, dass Sie abgehört werden." Grund für die Lauschaktion seien telefonische Kontakte gewesen, die er damals mit dem in Afghanistan entführten deutschen Ingenieur Rudolf Blechschmidt gehabt habe, sagte Tilgner: "Für mich war in diesem Moment klar, dass die Gesetze, die in Deutschland gelten, von deutschen Beamten im Ausland offenbar außer Kraft gesetzt werden."
Er habe in der Angelegenheit aber nicht beim Bundesnachrichtendienst um Aufklärung gebeten, sagte Tilgner weiter. Der Bundesnachrichtendienst hat bislang eingeräumt, im Jahr 2006 die E-Mail-Korrespondenz einer "Spiegel"-Reporterin mit einem afghanischen Politiker mitgelesen zu haben.
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