"Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt's einen, der die Sache regelt. Und das bin ich." Nun geht Guido Westerwelle doch von Bord. Zehn Jahre lang war er Chef der FDP. Ein Rückblick in Bildern.
Von Klaus Kinkel gefördert wird er 1994 Generalsekretär. Er will die Partei auch für Jüngere attraktiv machen. Dafür besucht Westerwelle sogar den Big Brother Container.
2001 beginnt seine große Zeit als oberster Liberaler. Der bisherige Vorsitzende Wolfgang Gerhardt überlebt die Zeit im Spitzen-Tandem mit Westerwelle nur wenige Monate. Dann ist Westerwelle alleiniger Chef.
Selbstironisch markierte er im Jahr 2001 beim Aachener Karneval den Supermann. Den Orden wider den tierischen Ernst bekommt er wegen seiner Schlagfertigkeit verliehen.
2002 tritt erstmals ein Liberaler als Kanzlerkandidat an. Guido Westerwelle. Er haut mächtig auf die Pauke. Mit dem Guidomobil tourt er durch die Republik.
Das Projekt 18 sorgt ebenfalls für Furore. Soviel Prozentpunkte ruft Westerwelle als Ziel für die Bundestagswahl aus. Er scheitert grandios und muss viel Spott und Häme hinnehmen.
Im Sommer 2004 outet sich Westerwelle als schwul. Sein Lebenspartner ist der Unternehmer Michael Mronz.
Auch davon erholt sich Westerwelle. Lag seine Partei 2002 noch bei 7,4 Prozent kann sie sich bei der vorgezogenen Wahl 2005 deutlich verbessern und liegt bei 9,8 Prozent. Fortan ist sie größte Oppositionspartei im Bundestag. Die FDP verkörpert Schwung und setzt an zum Höhenflug.
2009 wird zum Triumph für Westerwelle. Die FDP wird mit 14,6 Prozent zum großen Wahlgewinner und schafft endlich wieder den Sprung auf die Regierungsbank. Guido Westerwelle wird Außenminister und Vizekanzler. Damit beginnt auch sein Abstieg.
Westerwelle macht als Außenminister eine unglückliche Figur. Der Spagat mit seiner Rolle als Parteivorsitzender wird zunehmende zum Problem. Sein Talent zu Zuspitzung nutzt er auch weiterhin und schlägt in der Hartz-IV-Debatte um sich. Die FDP stürzt über 18 Monate in den Umfragen ab.
Für massive Kritik sorgt seine Enthaltung, als der Un-Sicherheitsrat über eine Flugverbotszone über Libyen abstimmt. Deutschland steht abseits, die Verbündeten sind verprellt.
Während eine Chinareise Westerwelles spitzt sich im April 2011 die Lage in seiner Partei zu. Die FDP hat in den letzten Wahlen drastisch verloren. In der Partei werden die Rufe nach einem personellen Neubeginn immer lauter.
Nach seiner Rückkehr zieht Westerwelle die Reißleine und stellt sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung.
Der Abschied vom Führungsposten fiel ihm sichtbar schwer. Doch er kämpft weiter. Zumindest Außenminister will er bleiben.