Brennende Barrikaden: Ausschreitungen bei Neonazi-Aufmarsch
zuletzt aktualisiert: 03.10.2006 - 19:51Leipzig (rpo). Bei einem Aufmarsch von etwa 200 Rechtsextremisten ist es am Dienstag zu Gewalttätigkeiten gekommen. Steine flogen, Müllcontainer brannten, ein Polizeiauto ging in Flammen auf. Ein Polizist wurde von einer Flasche getroffen und verletzt.
Laut Polizei waren etwa 2.000 Gegendemonstranten aus dem extrem linken Spektrum beteiligt, darunter bis zu 1.500 gewaltbereite Steinewerfer. Bis zum Nachmittag wurden 138 Personen festgenommen, überwiegend aus dem autonomen Spektrum. Rund 2.000 Beamte aus neun Bundesländern waren im Einsatz. Nach Ende der rechten Kundgebung versammelten sich rund 150 Teilnehmer zu einer Demonstration unter dem Motto "Gegen Repressalien und Polizeigewalt" vor dem Gebäude der Polizeidirektion Leipzig.
Auch in Hessen versammelten sich anlässlich des Tags der Deutschen Einheit Rechtsextremisten zu Kundgebungen: Bei einem NPD-Aufmarsch in Königstein zählte die Polizei 75 Neonazis, fast 500 Gegendemonstranten protestierten gegen die Veranstaltung. In Kelkheim hatten nach Polizeiangaben zuvor etwa 300, nach Schätzungen von SPD und Grünen rund 700 Menschen unter dem Motto "Null Toleranz für Nazis" gegen Rechtsextremismus demonstriert. Teilnehmer der Königsteiner Gegendemonstration beschädigten mit Steinwürfen einen Bahnwaggon.
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