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Strenge Sparvorgaben für die Bundeswehr: Bald eine 150.000-Mann-Truppe

zuletzt aktualisiert: 22.06.2010 - 07:42

Berlin (RPO). Die Bundeswehr erwägt aufgrund der strengen Sparvorgaben von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine erhebliche Reduzierung der Streitkräfte von 250.000 auf 150.000 Mann. Diese Zahl ergibt sich aus einem ersten Sparmodell, das Generalinspekteur Volker Wieker errechnen ließ.

Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Demnach würde der darin vorgesehene Personalabbau per Rasenmähermethode in allen Teilstreitkräften drastische Einschnitte mit sich bringen. Wieker lässt indes noch mehrere weitere Modelle erarbeiten, die dem Vernehmen nach einen geringeren Personalabbau vorsehen, schreibt die Zeitung.

Das 150.000-Mann-Modell würde die Stärke von Heer, Luftwaffe und Marine erheblich verringern. So sind darin nach Informationen der Zeitung für das Heer nur noch 47.000 Soldaten vorgesehen (derzeitige Stärke: 94.188), für die Luftwaffe 19.000 (heute: 42.212). Die Streitkräfebasis könnte demnach um zwei Drittel auf 26.000 Mann (heute: 72.685) schrumpfen, die Marine von 17.476 auf ur noch 9000 Mann. Der Sanitätsdienst wird in Wiekers Rasenmäher-Modell mit 11.000 Mitarbeitern (heute: 23.775) taxiert. Zudem ist eine Ausplanungsreserve von 5000 Mann vorgesehen.

In der vorigen Woche habe Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) seinem obersten Soldaten den Befehl zum Rechnen gegeben. Noch bis Ende Juli habe der Generalinspekteur Zeit, seinem Chef verschiedene Varianten für die Zukunft der Bundeswehr vorzulegen. Maßstab dafür seien die Sparvorgaben des Finanzministeriums, die Ausgabenkürzungen von rund 4,3 Milliarden Euro in den kommenden vier Jahren verlangen.

Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels warf Guttenberg mit Blick auf die erste Grobplanung vor, er betreibe eine "Sicherheitspolitik nach Kassenlage". Das 150.000-Mann-Modell erfordere eine "Radikaloperation, die politisch nicht begründet" sei. "Herr Guttenberg schlägt einen neuen deutschen Sonderweg ein", sagte Bartels.

Nach Jahren des Umbaus der Bundeswehr wolle der Minister "noch einmal alles durcheinanderwirbeln - und dies bei laufenden Einsätzen". Bartels warnte vor Standortschließungen und einem "massenhaften Umstationieren". Das Modell erweise sich zudem als "ein unfreundlicher Akt gegenüber unseren Bündnispartnern".

Quelle: DDP/csr

 
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