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Bamf-Chef
Weise kündigt genauen Überblick über Flüchtlingszahlen an

Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise kündigt genauen Überblick über Flüchtlingszahlen an
Bamf-Chef Weise. FOTO: dpa, rje wst htf
Hamburg . Der Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, kündigt an, dass die deutschen Behörden spätestens im Herbst 2016 einen genauen Überblick darüber haben, wer sich als Flüchtling in Deutschland aufhält.

Es gebe jetzt eine Informationstechnologie, "die sicherstellt, dass wir vielleicht Mitte des Jahres, im Herbst, wissen, wer überhaupt im Land ist", sagte Weise am Mittwoch in den ARD-"Tagesthemen".

Die Arbeit der für Flüchtlinge zuständigen Behörden sei zu Anfang nicht gut gewesen, sagte Weise. Es werde jetzt aber besser, versprach Weise. "Ich kündige an, dass in diesem Jahr diese gravierenden Mängel abgearbeitet sind." Die Zahl der Menschen, die binnen der vergangenen drei Jahre als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und auch geblieben seien, schätzt Weise auf 1,2 Millionen.

Schnellere Asylverfahren

Zudem sieht sich das Bamf bei der angepeilten Verkürzung der Asylverfahren auf dem richtigen Weg. Weise versicherte am Mittwoch in Berlin, bis Jahresende werde die durchschnittliche Verfahrensdauer bei Neufällen deutlich unter drei Monaten liegen. "Das erreichen wir auf jeden Fall." Ende 2015 waren es im Schnitt noch fünf Monate.

Vor diesem Hintergrund bekräftigte Weise sein Ziel, im Laufe des Jahres bis zu 1,2 Millionen Asylfälle abschließend zu entscheiden. Zur Begründung verwies er auf das zusätzliche Personal im BAMF und die verbesserte Organisation der Abläufe. Seit der Schließung der Balkanroute sei die Zahl der Neuankömmlinge zudem stark gesunken. Ohne genaue Zahlen zu nennen sagte Weise, im Vergleich zum Dezember seien die Zahlen auf ein Drittel zurückgegangen.

Weise, der auch die Bundesagentur für Arbeit leitet, widersprach der Einschätzung, Zuwanderer könnten die Schwierigkeiten des deutschen Arbeitsmarkts beseitigen. "Es ist nicht die Lösung für unser demografisches Problem." Die Flüchtlinge seien vielmehr eine Belastung für den Arbeitsmarkt. Angesichts von 460.000 Erwerbsfähigen mit Bleiberecht handle es sich aber auch um keine Überflutung des Landes.

(felt/AFP/dpa)
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