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Zuwanderung
Mehr als sieben Monate Bearbeitungszeit für Asylanträge

Bamf: Im Durchschnitt sieben Monate für Asylanträge
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. FOTO: dpa
Berlin . Die Bearbeitungszeit für Asylanträge ist erneut gestiegen: Laut Bundesregierung dauert es inzwischen mehr als sieben Monate, bis ein Antrag von den Behörden bearbeitet ist. Besonders lang müssen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge warten.

Ungeachtet der Bemühungen zur Beschleunigung von Asylverfahren dauert die Bearbeitung immer länger: Im zweiten Quartal habe es durchschnittlich 7,3 Monate gedauert, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) über einen Asylantrag entschieden hat, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie berufen sich dabei auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Im ersten Quartal 2016 hatte das Migrationsamt im Schnitt noch sechs Monate für ein Asylverfahren benötigt. Im vierten Quartal 2015 waren es nur 5,1 Monate gewesen.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge warten noch länger

Besonders lange dauerte die Asylentscheidung laut den zitierten Angaben des Bundesinnenministeriums bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen: Diese hätten im zweiten Quartal durchschnittlich 10,1 Monate warten mussten. Zudem sei die Zahl der "Altfälle", die seit mehr als 18 Monaten auf ihren Asylentscheid warten, erneut gestiegen. Am Ende des ersten Quartals 2016 waren es dem Bericht zufolge noch 55.341 Menschen, am Ende des zweiten Quartals bereits 60.291.

Die Linksfraktion nahm diese Zahlen zum Anlass für scharfe Kritik. "Das Bundesamt kriegt es nicht hin", sagte Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, den Funke Zeitungen. "Wenn trotz etlicher Neueinstellungen die Asylverfahren wieder länger dauern und sich der Rückstau an unerledigten Verfahren weiter erhöht, ist das ein klares Zeichen von Missmanagement."

Die Linken-Abgeordnete forderte ein vereinfachtes schriftliches Asylverfahren bei Flüchtlingen, die sehr wahrscheinlich anerkannt werden und eine "Altfallregelung": Alle Antragsteller, die seit mehr als einem Jahr auf ihren Bescheid warteten, sollten automatisch anerkannt werden.

Eine Sprecherin des Bamf sagte den Zeitungen, derzeit würden besonders schwierige Asylfälle bearbeitet. Die Verfahrensdauer werde "deutlich sinken", wenn diese Altfälle abgeschlossen seien, beteuerte sie. Anträge, die seit Juli 2015 gestellt wurden, würden schon jetzt in durchschnittlich 3,8 Monaten bearbeitet. Ursprünglich hatte Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise das Ziel ausgegeben, die durchschnittliche Bearbeitungsdauer 2016 auf drei Monate zu senken.

(lai/afp)
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