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Flüchtlinge
BAMF will Passfälschungen künftig generell anzeigen

Flüchtlinge: BAMF will Passfälschungen künftig generell anzeigen
FOTO: dpa, awe htf dna
Nürnberg/Berlin. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstattet künftig bei jedem gefälschten Pass, den Asylbewerber vorlegen, Anzeige bei der Polizei. Damit reagiert die Behörde auf Kritik.

Dies teilte die Behörde in Nürnberg mit. Bislang wurden lediglich die jeweils zuständigen Ausländerbehörden in den Ländern informiert.

Hintergrund ist Kritik unter anderem vom Bund Deutscher Kriminalbeamter. Es müsse verhindert werden, dass sich Migranten mit falschen Papieren im Asylverfahren zu Unrecht Vorteile verschafften. "Es kann nicht die Aufgabe des BAMF sein, zu entscheiden, ob eine Anzeige angemessen ist oder nicht", hatte der Vize-Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Michael Böhl, der "Welt am Sonntag" gesagt.

Strafen für Urkundenfälschung

Dem Bericht zufolge überprüfte die Nürnberger Behörde im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 217.465 Pässe, Geburtsurkunden oder Führerscheine von Asylsuchenden. Bei rund einem Prozent (2273 Fälle)
habe die physikalisch-technische Urkundenuntersuchung des BAMF schwere gerichtsfeste Manipulationen festgestellt. Im Raum stehe damit der Verdacht der Urkundenfälschung, was mit fünf Jahren Gefängnis bestraft werden könne.

Mehrere Bundesländer hatten Mitte September dem BAMF vorgeworfen, wiederholt gefälschte Pässe von Asylbewerbern nicht erkannt zu haben. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ordnete daraufhin eine umfassende Überprüfung an.

(crwo/dpa)
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