Bundesgeschäftsführer schließt Kandidatur aus: Bartsch will auch keinen anderen Parteiposten
zuletzt aktualisiert: 19.01.2010 - 13:00Berlin/Saarbrücken (RPO). Nach seinem angekündigten Rückzug will sich Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch auch für keinen anderen Posten in seiner Partei bewerben. "In Rostock kandidiere ich nicht als Bundesgeschäftsführer, und ich werde auch für kein anderes Amt kandidieren."
Das sagte er am Dienstag dem Sender "Phoenix". In Rostock findet im Mai der Bundesparteitag der Linken statt. Ob Linke-Chef Oskar Lafontaine erneut für den Vorsitz kandidiert, bleibt weiter unklar.
Am Dienstagabend wollte Lafontaine rund zwei Monate nach seiner Krebsoperation auf die politische Bühne zurückkehren. Bei einem Neujahrsempfang der Landtagsfraktion in Saarbrücken (18.00 Uhr) sollte er eine Rede halten. Er werde sich voraussichtlich nicht zu seiner politischen Zukunft äußern, sagte ein Parteisprecher der Nachrichtenagentur DAPD. Vielmehr werde sein Schwerpunkt auf der Landespolitik liegen.
Vermutet wird, dass sich der 66-Jährige erst im Februar zu seiner künftigen Rolle äußern wird. Lafontaine hatte schon vor seiner Operation angekündigt, er werde Entscheidungen über seine politische Zukunft vom Genesungsprozess und den ärztlichen Prognosen abhängig machen. Bartsch, dessen Verhältnis zu Lafontaine als zerrüttet gilt, hatte letzten Freitag seinen Verzicht auf das Amt des Bundesgeschäftsführers angekündigt.
Ramelow will mehr Frauen in der Führungsspitze
Derweil erklärte der Fraktionschef der Linken in Thüringen, Bodo Ramelow, sein Rückzug aus der Führungsspitze der Bundespartei stehe nicht im Zusammenhang mit dem jüngsten Richtungsstreit in der Partei. Im ARD-Morgenmagazin sagte er: "Ich gehe nicht nach Berlin, ich bin in dieser Phase gut aufgestellt und unterstütze meinen Landesverband und deswegen hat es auch keinerlei Beziehung zu dem, was wir an Schwäche letzte Woche gezeigt haben." Ramelow hatte bereits vor anderthalb Jahren angekündigt, nicht mehr für die Führungsspitze der Bundespartei kandidieren zu wollen.
In der künftigen Führung würde Ramelow gerne mehr Frauen eingebunden sehen. "Ich kann deutlich sagen, dass Dagmar Enkelmann, Petra Pau, Gesine Lötzsch erfolgreiche Personen aus den neuen Bundesländern sind und dass diese Frauen tatsächlich ihre Wahlkreise in der Bundestagswahl auch jedes Mal errungen haben."
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