kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Hausärzte machen Praxen dicht: Bayerische Mediziner protestieren

zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 - 17:29

Berlin/München (RPO). Mit zweitägigen Praxisschließungen protestieren seit Donnerstag mehrere Tausend Hausärzte in Bayern gegen die Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller, sagte auf Anfrage einer Nachrichtenagentur, er gehe davon aus, dass "in den meisten Regionen" wie angekündigt 90 Prozent der Praxen geschlossen blieben. Genaue Zahlen lägen ihm noch nicht vor. Betroffen sind dem Verband zufolge insbesondere ländliche Regionen.

Die Mediziner wehren sich mit der Aktion gegen Röslers Plan, die Sondervergütungen für Hausarztverträge zu kürzen. Sie fordern, dass die bisherigen Verträge unverändert bestehen bleiben. Die vorübergehenden Praxisschließungen in Bayern sind möglicherweise der Auftakt zu weiteren Aktionen in ganz Deutschland.

Das Bundesgesundheitsministerium wies die Bedenken der bayerischen Hausärzte zurück. "Die Ängste, die von Verbandsvertretern geschürt werden, sind unberechtigt", sagte ein Sprecher von Rösler in Berlin. Die schwarz-gelbe Koalition wolle die Hausarztversorgung nicht beschneiden, sondern stärken. "Kein Hausarzt wird schlechter gestellt", sagte der Sprecher und fügte hinzu: "Im Übrigen gilt: Laufende Hausarztverträge genießen Bestandsschutz. Das ist in Bayern der Fall."

Hoppenthaller hingegen griff Rösler scharf an. Die Äußerungen aus seinem Ministerium stimmten "hinten und vorne nicht". Die Verträge blieben zwar bestehen, aber jeder Vertrag laufe aus. "Und danach ist dann Feierabend", stellte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes fest.

Die bayerische SPD-Landtagsfraktion stellte sich hinter die Hausärzte. Die geplanten Änderungen machten die Hausarztverträge "zur Makulatur", sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar. "Sie werden sich von selbst erledigen, weil sie keiner mehr abschließt", sagte sie.

Auch Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) zeigte Verständnis für die Proteste. Er werde sich im Bund für die Belange der Hausärzte einsetzen, sagte er.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, stärkte dagegen ihrem Parteikollegen Rösler den Rücken. Sie verwies auf ein für 2011 erwartetes Defizit von elf Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung. Es sei daher notwendig, "alle Akteure des Gesundheitswesens an der Finanzierung zu beteiligen". Die Umstellung bedeute zudem keine Kürzung der Honorare, sondern lediglich einen geringeren Zuwachs im nächsten Jahr.

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, Theresa Schopper, äußerte sich kritisch zu den Protesten. Sie könne nicht nachvollziehen, "wenn trotz der Zusicherung von Gesundheitsminister Rösler, dass laufende Hausarztverträge Bestandsschutz genießen, in Bayern gestreikt wird". Der Streit dürfe nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

Eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die die Aktion bereits vor dem Start kritisiert hatte, wies darauf hin, dass jeder Arzt eine Vertretung benennen müsse. Zudem habe die KVB eine Service-Telefonnummer eingerichtet, unter der sich Versicherte informieren können, welche Praxen trotz der Proteste geöffnet haben. Die Patienten müssten sich aber auf längere Wartezeiten einstellen.

Quelle: DDP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Jäger erwägt Verbot von Salafisten-Organisationen

Innenministerkonferenz

Jäger erwägt Verbot von Salafisten

NRW-Innenminister Ralf Jäger hat ein Verbot der Salafisten-Organisationen ins Gespräch gebracht. mehr 

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

Die EU-Kommission wird Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Innenministerkonferenz

Jäger erwägt Verbot von Salafisten

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

Nach Niederlage in NRW-Wahl

Röttgen verzichtet auf Landtagsmandat

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Erdbeben in Italien: Frau lebend aus Trümmern geborgen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Tunesien Salafisten platzhalter salafismus 2012

Innenministerkonferenz

Jäger erwägt Verbot von Salafisten-Organisationen

Angesichts verstärkter Probleme mit gewalttätigen Salafisten hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) ein Verbot ihrer islamistischen Organisationen ins Gespräch gebracht. mehr

 

Streitpunkt Vorratsdaten

EU-Kommission wird Deutschland verklagen

 

Merkel nur noch knapp vorn

Kraft stürmt die Beliebtheits-Charts

 

Ramsauers Vorschlag abgeblockt

Merkel erteilt Pkw-Maut klare Absage

 

"Dänen"-Ampel in Schleswig-Holstein

Grüne bekommen Finanzministerium in Kiel

 

Bundespräsident sorgt für Wirbel

Gauck vermisst ein Zeichen Israels

Top-Services