Vertrauliches Tagungsprotokoll: BDI wollte durch Röttgen offenbar Einfluss auf Politik stärken
zuletzt aktualisiert: 26.07.2006 - 06:18Berlin (rpo). Mit der Berufung des CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen zum BDI-Hauptgeschäftsführer hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie offenbar das Ziel, seinen Einfluss auf die Politik zu stärken. Das soll Medienberichten zufolge aus einem vertraulichen Tagungsprotokoll des BDI-Vorstands hervorgehen.
Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, begründete BDI-Präsident Jürgen Thumann in der außerordentlichen Sitzung von Präsidium und Vorstand vom 19. Juni 2006 die Berufung Röttgens zum Hauptgeschäftsführer ab 1. Januar 2007, der auch Parlamentarischer Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion ist, damit, "dass Politik und Wirtschaft immer noch weit voneinander entfernt seien". National werde die Platzierung wirtschaftlicher Interessen und Themen in der Politik sogar "immer schwieriger", klagte der BDI-Chef. "Die Verbände müssten immer breiter Überzeugungsarbeit leisten, nicht zuletzt den Parteien gegenüber."
Der bei der Sitzung anwesende Röttgen erwiderte dem Bericht zufolge, dass die "anstehende Weichenstellung nicht allein von der Politik gelöst werden könne", sondern "nur gemeinsam mit der Wirtschaft". Dazu wolle er als BDI-Hauptgeschäftsführer beitragen. Er habe die ordnungspolitische Position des BDI stets auch als seine Linie verstanden. Röttgen hatte nach wachsender Kritik an seiner möglichen Doppelfunktion auf den BDI-Posten verzichtet.
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