Afghanistan: Beck fordert mehr deutsche Polizei
zuletzt aktualisiert: 23.12.2009 - 07:28Frankfurt/Main (RPO). Die Zahl der Polizei- und Militärausbilder in Afghanistan muss nach Meinung des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) aufgestockt werden. "Ich glaube, dass es notwendig ist, sowohl die Ausbildung der Polizei als auch die Ausbildung der militärischen Polizei - also der Feldjäger - verstärkt voranzutreiben", sagte Beck der "Frankfurter Rundschau".
SPD-Chef Sigmar Gabriel habe die Entsendung weiterer deutscher Soldaten keineswegs kategorisch abgelehnt, betonte Beck: "Das ist missinterpretiert worden."
Vielmehr wende sich die SPD gegen eine Aufstockung von Kampftruppen. Das Bundesland Rheinland-Pfalz sei ausdrücklich bereit, mehr Polizeiausbilder nach Afghanistan zu schicken: "Dafür gibt es genügend Freiwillige."
Zur Lösung des Afghanistan-Konflikts forderte Beck in dem Interview erneut, einen Dialog mit "gemäßigten Taliban" aufzunehmen. Dies hatte er bereits nach einer Afghanistan-Reise im März 2007 vorgeschlagen. Damals hatte er jedoch bei der Union und beim heutigen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nur Spott geerntet.
Zu Guttenberg sagte damals, er kenne niemand außer Beck, der je einen "vernünftigen Taliban" getroffen habe. Inzwischen plädiert zu Guttenberg selbst für diesen Dialog. "Manche Erkenntnisse brauchen lange", kommentierte Beck die Kehrtwende des CSU-Politikers: "Wir könnten, wenn wir die Chance rechtzeitig genutzt hätten, ein ganzes Stück weiter sein."
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