SPD-Chef hat sich Mühe gegeben: Beck hat Job für berühmtesten Arbeitslosen
zuletzt aktualisiert: 15.12.2006 - 17:36Mainz (RPO). Deutschlands derzeit berühmtester Arbeitsloser Henrico Frank hat Aussicht auf einen neuen Job: Von Unternehmen in Rheinland-Pfalz liegen mehrere Angebote vor. Frank war bekannt geworden, weil SPD-Chef Kurt Beck ihm geraten hatte, sich zu waschen und zu rasieren, damit es mit einem Job klappen sollte.
Wie die rheinland-pfälzische Staatskanzlei am Freitag berichtete, hat Ministerpräsident und SPD-Chef Kurt Beck den 37-jährigen Wiesbadener per Brief für kommenden Dienstag nach Mainz eingeladen, um ihm die Arbeitsangebote mehrerer Unternehmen zu übermitteln. Becks Sprecher Walter Schumacher sagte, bislang hätten sich fünf Firmen bereit erklärt, den gelernten Baufacharbeiter einzustellen.
Darunter seien drei Baufirmen und ein Malerbetrieb aus Rheinland-Pfalz sowie ein Reinigungsunternehmen aus dem hessischen Kelkheim, sagte Schumacher. Es handele sich um seriöse und teils alteingesessene Firmen.
Kurt Beck wies Kritik an seinen Bemerkungen zum Äußeren des 37 Jahre alten "Hartz IV"-Empfängers zurück. "Die Leute, die sich darüber aufregen, ich weiß nicht, in welcher Welt die leben", sagte der SPD-Chef der Nachrichtenagentur ddp. Er habe dem Mann eine Chance zugesagt, wenn er sein Aussehen ändere, und diese Chance bekomme er nun. Dabei wolle er den 37-Jährigen auch moralisch stützen, damit er seine künftige Arbeit dann auch behalte. "So einfach wird's nicht sein, ich bin da kein Illusionist", fügte Beck hinzu.
Der Arbeitslose Henrico Frank, der nach eigenen Worten seit sechs Jahren arbeitslos und gelernter Baufacharbeiter ist, hatte Beck auf dem Weihnachtsmarkt der hessischen Landeshauptstadt wegen der Hartz-IV-Gesetze beschimpft.
Daraufhin hatte der SPD-Chef den 37-Jährigen aufgefordert, sich zu waschen und zu rasieren. Dann werde er auch Arbeit bekommen. Der gelernte Baufacharbeiter hatte sich am Donnerstag den Bart abnehmen und die Haare schneiden lassen. Er wolle dem SPD-Chef ein klares Zeichen geben, hatte Frank anschließend in Wiesbaden erklärt: "Ich bin bereit, mich zu verändern." Er sei bereit, jede Arbeit anzunehmen, weil er nicht mehr "von Almosen vom Amt" leben wolle.
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