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Bayerns Grüne lästern
Beckstein und Huber als Dick und Doof

Bayerns Grüne lästern: Beckstein und Huber als Dick und Doof
FOTO: Grüne Jugend
Düsseldorf (RPO). Die Jugend der Grünen aus München verulkt die CSU-Chefs Günther Beckstein und Erwin Huber als Dick und Doof. Auf einem Aufkleber sind die beiden in einer Fotomontage als die beiden Komiker zu sehen. Man muss zugeben: Es wirkt komisch.

Spott und Häme gehören im Wahlkampf zum üblichen Ton der Auseinandersetzung. Mit ihrer  fotografischen Sponti-Aktion haben nun Bayerns junge Grüne den Vogel abgeschossen. Günther Beckstein ist darauf als Oliver Hardy (Dick) und Erwin Huber als Stan Laurel (Doof) zu sehen.

Nach Angaben der Grünen löst der Aufkleber im Land amüsierte Zustimmung aus. Der Sticker trägt den Titel: "Zwei für Bayern? – Nein Danke!". Inzwischen wiurde er über 1000 mal an Grüne Kreisverbände in ganz Bayern verkauft, heißt es.

"Als ich das CSU-Plakat "Zwei für Bayern" gesehen habe, musste ich sofort an Dick & Doof denken" sagt Schatzmeister Martin Schmidt und erklärt: "Politik kann auch einfach Spaß machen." Beisitzer Florian Sperk ergänzt: "Vielleicht könnten Huber und Beckstein nach ihrer Wahlniederlage als Komikerduo auf Tour gehen? Das Potenzial scheint jedenfalls vorhanden zu sein."

Dass der Aufkleber den Wahlsieg der CSU – wie von den jungen Nachwuchspolitikern erhofft – verhindern kann, erscheint allerdings doch etwas überehrgeizig. Aktuellen Umfragen nach liegen die Christsozialen klar vorne. Allerdings sind die 47 Prozent in den Umfragen angesichts klarere absoluter Mehrheiten in der Vergangenheit schon Grund genug, die CSU in eine Ich-Krise zu stürzen. Schon machen erste Spekulationen über einen möglichen Rücktritt von Parteichef Erwin Hubers die Runde, sollte die CSU tatsächlich so schlecht abschneiden.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, weist solche Gedankenspiele aber entschieden zurück, wonach Parteichef Erwin Huber im Falle eines Ergebnisses von unter 50 Prozent bei der bayerischen Landtagswahl abgelöst werden soll. "Ein Plan B der CSU existiert nicht", betonte Ramsauer in einem Interview von "Spiegel Online". Angebliche Überlegungen, Bundesverbraucherminister Horst Seehofer bei einem schlechten Abschneiden zum neuen CSU-Vorsitzenden zu küren, bestünden "nur in der Fantasie mancher Medien, die bei uns Selbstzweifel säen wollen".

Nicht nervös machen Ramsauer nach eigenen Worten Umfragen, die die bayerische Regierungspartei eine Woche vor der Landtagswahl am 28. September unter 50 Prozent sehen. "Ich gewinne der aktuellen Situation sogar ein Gutes ab: Das motiviert die eigene Wählerschaft", sagte der Landesgruppenchef: "Die Leute merken, hoppla, hier steht viel auf dem Spiel." Das bürgerliche Lager werde nun wachgerüttelt. Der Anteil der Unentschlossenen sei extrem hoch.

Nach dem ZDF-Politbarometer vom Freitag kommt die CSU nur noch auf 47 Prozent und damit exakt auf den gleichen Anteil, der ihr bereits am Vortag in einer Umfrage für die ARD vorausgesagt worden war. Nach der neuen Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen würde es aber wahrscheinlich dennoch weiter zum Alleinregieren reichen: Zwar ziehen laut Umfrage SPD, Grüne, FDP und Freie Wähler in den Landtag ein, nicht aber die Linke mit nur vier Prozent.

 
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