| 09.15 Uhr

Störung beim Großen Zapfenstreich für Wulff
Bellevue beschwert sich über Vuvuzela-Krach

Lärmender Protest bei Wulffs Zapfenstreich
Lärmender Protest bei Wulffs Zapfenstreich FOTO: dpa, Matthias Balk
Berlin. Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff hätte sich sicherlich eine ruhigere Atmosphäre bei seinem Abschied von Schloss Bellevue gewünscht. Nun hat sich das Bundespräsidialamt offiziell über die Störungen durch den Lärm von Vuvuzela-Tröten beschwert.

Bei den lautstarken Protesten gegen den Großen Zapfenstreich für ihn in Berlin hat die Polizei fünf Demonstranten vorübergehend festgenommen. Sie hatten sich am Donnerstagabend geweigert, ihre Vuvuzela-Tröten und Trillerpfeifen abzugeben, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Die Beschwerde

Gegen die Störer werde nun unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt. Ein Polizeisprecher sagte, das Bundespräsidialamt habe sich am Abend bei der Polizei über den Lärm der zeitweise bis zu 700 Demonstranten am Schloss Bellevue beschwert.

Dazu hieß es am Freitag aus dem Bundespräsidialamt: "So wie Bürgerinnen und Bürger ungestört Ihre Meinung bei Kundgebungen und Demonstrationen kundtun sollen, sollten auch Veranstaltungen am Sitz des Bundespräsidenten ungestört stattfinden können. Aus dieser Perspektive könnte das Sicherheitskonzept der Polizei vom gestrigen Abend noch einmal nachbetrachtet werden."

Schande, Schuhe, Scham

Die Polizei will den Einsatz nun - wie jeden anderen auch - kritisch unter die Lupe nehmen. Viele Demonstranten hatten Trillerpfeifen und Vuvuzelas dabei. Immer wieder skandierten sie "Schäm dich" und "Schande". Obwohl das Schloss weiträumig abgesperrt war, waren die Proteste auf dem Festgelände nicht zu überhören.

Anfangs seien nur 20 Teilnehmer für die Demo angemeldet gewesen, sagte der Polizeisprecher. Nach Aufrufen über das Internet kamen allerdings deutlich mehr.

Bereits in den letzen Monaten von Wulffs Amtszeit waren mehrmals hunderte Demonstranten vor das Schloss Bellevue gezogen. Unter anderem forderten sie mit hochgehaltenen Schuhen seinen Rücktritt. In der muslimischen Kultur ist das ein Zeichen höchster Verachtung.

Wulff war im Februar zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme gegen ihn aufgenommen hatte. Er selbst kündigte an, seine Frau und er würden sich "weiterhin engagiert für unser Land und seine Menschen einsetzen".

(dpa)
 
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