| 11.58 Uhr

Traditioneller Empfang
Das politische Berlin zu Gast bei der RP

Bilder vom RP-Empfang 2016
Bilder vom RP-Empfang 2016 FOTO: RP, Krebs
Berlin. Großer Bahnhof beim Redaktionsempfang der Rheinischen Post am Mittwochabend in Berlin: Unter den 300 Gästen befanden sich unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Desweiteren waren unter anderem Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zu Gast.

 

 

Traditionell gab es beim RP-Empfang Düsseldorfer Altbier. 

Gemeinsam mit FDP-Chef Christian Lindner lauschte Ursula von der Leyen den Begrüßungsworten von RP-Chefredakteur Michael Bröcker, der – angelehnt an ein Zitat von SPD-Chef Sigmar Gabriel – einen Journalismus forderte, der dahin geht, "wo es brodelt, riecht und manchmal stinkt".

Auf der Bühne vor versammelter Politprominenz stellte Bröcker dann das jüngste Mitglied der RP-Chefredaktion vor: Eva Quadbeck, Leiterin der Parlamentsredaktion der Rheinischen Post.

"Ich bin dankbar, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem es keine gläserne Decke gibt", sagte Quadbeck und fügte ein Zitat ihres neunjährigen Sohnes zum anstehenden Bundestagswahlkampf hinzu: "Mama, können Männer eigentlich auch Bundeskanzler werden?"

Im Mittelpunkt des Geschehens stand schnell der frisch nominierte Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Frank-Walter Steinmeier. Der SPD-Außenminister gehört zu den treuen Gästen des Empfangs und kam gut gelaunt aus dem Auswärtigen Amt zur Redaktion. Und er traf gleich auf den Mann, den viele in der Union am liebsten als Staatsoberhaupt gesehen hätten: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Doch Lammert hatte frühzeitig abgewinkt. Steinmeier bedankte sich bei Lammert für dessen Unterstützung. Lammert hatte sich in einem Interview mit unserer Redaktion entsprechend zu dessen Kandidatur geäußert.

Im zur gemütlichen Lounge umfunktionierten Korrespondenten-Büro traf sich schließlich die "Deutschland-Koalition", wie FDP-Chef Christian Lindner witzelte. Schwarz, Rot und Gelb. Denn neben Steinmeier saßen nun auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) einträchtig bei Altbier, Rotwein, Currywurst und der rheinischen Spezialität Himmel & Ähd zusammen. Später kam der Chef der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, dazu ("Die Lage hat sich deutlich entspannt") sowie Kanzleramtsminister Peter Altmaier, der als Einziger in der Runde beim Wasser blieb ("Nein, keine Diät. Einfach so").

Ein Tuschelthema: die "Rent a Sozi"-Affäre

Die Grünen hatten fast ihr gesamtes Spitzenpersonal aufgeboten: Die Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter waren gekommen. Dazu die aus dem niederrheinischen Straelen stammende Geschäftsführerin Britta Haßelmann. Auch Ex-Umweltminister Jürgen Trittin kam vorbei und diskutierte mit Unionspolitikern über den Wettstreit der Spitzenkandidaten bei den Grünen. Norbert Walter Borjans, SPD-Finanzminister aus Nordrhein-Westfalen, traf auf seinen Namensvetter Norbert Röttgen, der unlängst die erneute Kandidatur Angela Merkels im Fernsehen ausgeplaudert hatte. Walter-Borjans scherzhaft: "Ich heiße zwar auch Norbert, aber ich kann dir nicht verraten, wer SPD-Kanzlerkandidat wird."

Ein Tuschelthema an den Stehtischen und auf der Terrasse war die "Rent a Sozi"-Affäre, die derzeit die Sozialdemokraten durchschüttelt. Eine SPD-eigene Medienagentur hatte Gesprächsrunden mit Bundesministern und hochrangigen Politikern an Unternehmen verkauft. Geht gar nicht, war die einhellige Meinung auf dem Empfang. Auch SPD-Generalsekretärin Katarina Barley distanzierte sich von den Praktiken, wollte dann aber doch lieber mit den Linken-Fraktionschefs Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht plaudern ("Ich muss mal zu meinen künftigen Koalitionspartnern").

Die SPD-Politiker Thomas Oppermann (Fraktionsvorsitzender), Garrelt Duin (NRW-Wirtschaftsminister) und Hubertus Heil (Fraktionsvize im Bundestag) betonten, dass sie von den Sponsoringaktivitäten der Veranstaltungsreihe nichts gewusst hätten. NRW-CDU-Chef Armin Laschet und sein Generalsekretär Bodo Löttgen echauffierten sich lautstark über die SPD-Aktivitäten. "Die Rent-a-Rüttgers-Affäre war dagegen ein laues Lüftchen", erregte sich Löttgen. So war auf dem Balkon des Parlamentsbüros der heraufziehende Wahlkampf bereits spürbar.

Zu später Stunde kam der Innenminister "auf ein Bier" vorbei

Aus der Union waren außerdem gekommen: Fraktionschef Volker Kauder, CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, Finanzstaatssekretär Jens Spahn, Paul Ziemiak, der Chef der Jungen Union, Fraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer, der Düsseldorfer CDU-Chef Thomas Jarzombek, Staatsekretär Günter Krings, CDU-Generalsekretär Peter Tauber und die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. Zu später Stunde kam noch Bundesinnenminister Thomas de Maizière "auf ein Bier" vorbei, um dann doch fast zwei Stunden mit Journalisten und Kollegen über die Präsidentenkür, die Streitereien mit der CSU und seine Liebe zu Borussia Dortmund fachzusimpeln.

Außerdem unter den Gästen: Berlins Erzbischof Heiner Koch, Prälat Karl Jüsten, SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, die SPD-Bundestagsabgeordneten Sören Bartol, Sascha Raabe und Carsten Schneider. Hamburgs Staatsrat Wolfgang Schmidt, "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch, ZDF-Politikchefin Bettina Schausten, ARD-Chefredakteur Rainald Becker, die Chefredakteure Stefan Kläsener (SHZ), Ralf Geisenhanslüke (Neue Osnabrücker Zeitung), Peter Stefan Herbst (Saarbrücker Zeitung), Isabell Funk (Trierischer Volksfreund), BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter, der frühere NRW-CDU-Minister Andreas Krautscheid (Geschäftsführung Bankenverband), Thüringens CDU-Fraktionschef Mike Mohring, Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter, FDP-Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

(lrs/brö)
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