Nach Callgirl-Affäre: Berlusconi verliert Zustimmung bei Katholiken
zuletzt aktualisiert: 06.09.2009 - 16:37Rom (RPO). Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi verliert Unterstützung bei katholischen Wählern. Laut einer Umfrage der in Mailand erscheinenden Tageszeitung "Corriere della Sera" sank die Zustimmung von praktizierenden Katholiken zum Chef des Mitte-Rechts-Bündnisses von 55 Prozent im April auf zuletzt 50 Prozent.
Zugleich stieg in dieser Wählergruppe während der vergangenen Wochen das Ansehen der Kirche leicht an: 85 Prozent erteilten nach der Erhebung ihrer Glaubensinstitution eine positive Wertung, zwei Prozent mehr als im April. Für das Meinungsbild wurden nach Angaben der Zeitung 800 Personen befragt.
Der Meinungsforscher Renato Mannheimer, der die Umfrage für die Zeitung durchführte, erklärte in dem Beitrag, der Meinungswandel lasse sich nicht an einzelnen Ereignissen wie den Enthüllungen über das Privatleben Berlusconis oder der Kampagne gegen den Chefredakteur der katholischen Tageszeitung "Avvenire" festmachen. Allerdings zeichne sich in den vergangenen Monaten ein "gewisses Unbehagen" der katholischen Wählerschaft mit der politischen Führung ab.
Laut Mannheimer sind von den Unterstützern des von Berlusconi geführten Bündnisses "Volk der Freiheit" mehr als 40 Prozent der Gruppe praktizierender Katholiken zuzurechnen. Als solche definierte der Soziologe jene Wähler, die nach eigenen Angaben wenigstens zwei bis drei Mal monatlich eine katholische Messe besuchen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum