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Chef-Unterhändler für den G-8-Gipfel: Bernd Pfaffenbach: Merkels Vertrauter

zuletzt aktualisiert: 24.05.2007 - 10:35

Berlin (RPO). Wenn man einen Job hat wie Bernd Pfaffenbach, kann man mit den Sprachen schon mal durcheinander kommen. Nicht selten formuliert der Chef-Unterhändler von Bundeskanzlerin Angela Merkel für den G-8-Gipfel Sätze wie diesen: "Auch wir sind committed, diesen Prozess einzuhalten."

Das ist auch kein Wunder: Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt Pfaffenbach damit, mit Kollegen aus sieben anderen großen Industrieländern auf Englisch um Klimaschutzziele zu feilschen oder Transparenzregeln für Hedge Fonds auszuhandeln.

Der 61-Jährige Pfaffenbach ist das, was man im Politjargon einen Sherpa nennt. Das Wort steht eigentlich für einen tibetischen Volksstamm im nepalesischen Himalaya-Gebirge, dessen Männer sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts bei britischen Entdeckern als Träger einen Namen machten. Später wurde der Begriff zunächst generell für Träger im Hochgebirge und dann auch für politische Unterhändler verwendet.

Dass Merkel Pfaffenbach für den wichtigen Posten des G-8-Beauftragten ihr Vertrauen schenkte, dürfte vor allem an seiner Erfahrung gelegen haben. Der Volkswirt begann gleich nach seiner Promotion an der Universität Marburg als 28-Jähriger seine Karriere im Bundeswirtschaftsministerium. Zunächst arbeitete er in der energiepolitischen Abteilung, wurde aber schon wenige Jahre später mit den Themen Außenwirtschaft, internationale Währungspolitik und Grundsatzfragen der Wirtschaftsordnung befasst.

Zwischen 1988 und 1992 folgte ein Intermezzo als Referatsleiter im Bundespräsidialamt, bevor Helmut Kohl Pfaffenbach ins Kanzleramt holte und ihn zum stellvertretenden Leiter der wirtschafts- und finanzpolitischen Abteilung machte. Unter Gerhard Schröder stieg er zum Wirtschaftsberater auf und reiste an der Seite des Kanzlers im Regierungsflieger durch die Weltgeschichte: Zwischen 2001 und 2004 war er bei den meisten Auslandsreisen Schröders dabei.

Im Dezember 2004 wechselte Pfaffenbach zurück ins Wirtschaftsministerium und wurde gleichzeitig G-8-Beauftragter des Kanzlers. Im schottischen Gleneagles hatte der neue Sherpa 2005 seine Gipfelpremiere. Damals setzte der britische Premierminister Tony Blair einen deutlichen Ausbau der Afrika-Hilfe durch. Um dieses Versprechen und die weitere Strategie in der Afrikapolitik wird es auch in Heiligendamm gehen.

In der heißen Phase für kurze Zeit im Krankenhaus

Neben Afrika und den Klimaschutz sollen bei dem Gipfel unter deutscher Präsidentschaft auch Wirtschaftsthemen wieder in den Vordergrund gerückt werden. Seit Monaten verhandelt Pfaffenbach mit den anderen Sherpas immer wieder über einzelne Formulierungen der Gipfelerklärungen. Zu Beginn des Treffens am 6. Juni müssen die Papiere im Wesentlichen stehen - bis auf einige "eckige Klammern", wie die kritischen Punkte gerne genannt werden.

Ausgerechnet in der heißen Verhandlungsphase erwischte Pfaffenbach Anfang Mai eine Grippe, wegen der er einige Tage im Krankenhaus behandelt werden musste. Seit vergangener Woche ist er aber wieder fit für den Endspurt.

Quelle: ap

 
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