Debatte um Betreuungsgeld: Bischof Mixa kritisiert Pseudo-Emanzipation
zuletzt aktualisiert: 03.10.2007 - 12:11Regensburg (RPO). Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich einmal mehr in die Debatte um Kinderbetreuung und Betreuungsgeld eingeschaltet. Er fand deutliche Worte der Kritik für die Pläne zur Kinderbetreuung und nannte sie ein "staatliches Umerziehungsprogramm".
Mixa rief die Unions-Parteien auf, sich geschlossen und unmissverständlich hinter die Forderung nach einem Betreuungsgeld für daheim erziehende Eltern zu stellen. Familienpolitik müsse den Eltern unmittelbar helfen und dürfe "nicht als staatliches Umerziehungsprogramm für Frauen und Mütter missbraucht werden, mit dem junge Frauen in erster Priorität auf Erwerbstätigkeit statt auf Familienarbeit und Kindererziehung eingestellt werden sollen", forderte Mixa am Mittwoch in Regensburg.
Moderne junge Frauen hätten es nicht nötig, durch das Familienministerium mit sanftem Druck pseudo-emanzipiert und als Arbeitskräfte-Reserve für die Industrie rekrutiert zu werden. Vielmehr müsse staatliche Familienpolitik die Entscheidung von Eltern, ihre kleinen Kinder selbst zu erziehen und nicht in staatliche Betreuungseinrichtungen zu geben, in gleicher Weise fördern wie den Ausbau von Krippenplätzen.
Der Bischof kritisierte Äußerungen von Politikern, Eltern würden ein erhöhtes Betreuungsgeld für "Wodka und Flachbildschirme" verwenden. Wer den Eltern pauschal unterstelle, das Betreuungsgeld nicht zum Wohl ihrer Kinder zu verwenden, demonstriere ein Menschenbild, das eher in die Feudalgesellschaft als in eine freiheitliche Demokratie gehöre, sagte Mixa. Wo es offensichtliche Defizite in der elterlichen Erziehung gebe, müsse der Staat die Eltern ertüchtigen, ihrem natürlichen Erziehungsrecht nachkommen zu können und dürfe dieses Recht nicht kurzerhand verstaatlichen.
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