Familienpolitik "in hohem Maße schädlich": Bischof Mixa wettert gegen von der Leyen
zuletzt aktualisiert: 01.12.2007 - 16:24Augsburg (RPO). Mit harten Worten hat der Augsburger Bischof Walter Mixa seine Kritik an der Familienpolitik der Bundesregierung erneuert. Die Pläne von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zum Ausbau der Kleinkindbetreuung seien eine "einseitige Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern" und daher "in hohem Maße schädlich" für Kinder, sagte Mixa.
Dies erklärte der Bischof auf der Landeskonferenz der Paneuropa-Union in Augsburg. Er sehe "skandalöse verfassungsrechtliche Bedenken", wenn von staatlicher Seite die Qualität elterlicher Erziehung in Frage gestellt werde.
Durch die Schaffung staatlicher Anreize zur Kleinkindbetreuung wird laut Mixa die erwerbstätige Mutter zum "ideologischen Musterfall" erhoben. Die beschlossenen Mittel zum Ausbau von Krippenplätzen von mehr als zwei Milliarden Euro sollten zur Unterstützung von Familien verwendet werden, anstatt in "neue Strukturen staatlicher Fremdbestimmung" zu fließen, forderte er.
Der Bischof kritisierte die "seit Jahrzehnten grundlegend verfehlte Gesellschafts- und Familienpolitik". Sie gebe Eltern mit Kindern "systematisch der Lächerlichkeit" preis. "Die überwiegende Mehrheit der Frauen fühlt sich durch die ideologische Fixierung der Politik auf ihre Rolle als Erwerbstätige an den Rand der Gesellschaft gedrängt", betonte Mixa. Anstatt echte Wahlfreiheit zwischen Heimerziehung und Krippenplatz zu fördern, ignoriere die derzeit geführte "Oberschichtendebatte" gesellschaftliche Realitäten. Diese spiegele den "Geist vergangener Zentralverwaltungswirtschaften" wieder. Das seit Jahresbeginn gezahlte Erziehungsgeld nannte Mixa eine "kleine Verbesserung".
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