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Zusammenhang mit Sauerland-Gruppe: BKA ermittelt verstärkt gegen Terroristen

zuletzt aktualisiert: 22.11.2008 - 08:29

Berlin/München (RPO). Die deutschen Behörden ermitteln offenbar gezielt gegen Terroristen, die in Zusammenhang mit der so genannten Sauerland-Gruppe stehen: Im Rahmen einer Anti-Terror-Aktion wurden in drei Bundesländern Durchsuchungen verdächtiger Objekte durchgeführt.  

BKA-Fahnder durchsuchen 2006 ein Gebäude während einer Anti-Terror-Aktion.  Foto: AP, AP
BKA-Fahnder durchsuchen 2006 ein Gebäude während einer Anti-Terror-Aktion. Foto: AP, AP

In einer gemeinsamen Anti-Terror-Aktion haben Fahnder in drei Bundesländern Durchsuchungen durchgeführt. Das sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA) am Samstag der Nachrichtenagentur AP und bestätigte damit in diesem Punkt einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Hintergrund ist der Sprecherin zufolge ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die gemeinsame Aktion sei unter Beteiligung des BKA abgelaufen. Angaben zum Inhalt oder Zeitraum der Durchsuchungen wollte sie nicht machen.

Laut "Bild" standen die Aktionen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen in Zusammenhang mit dem Verfahren gegen die "Sauerland-Gruppe" um Fritz Gelowicz und der Beschaffung von Zündern für mögliche Terror-Anschläge.

Der "Spiegel" berichtete am Samstag vorab, im Raum Braunschweig seien sechs Wohnungen durchsucht worden, darunter die der beiden Serben Bekim T. und Dzavid B. in Bad Harzburg. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig stellte dem Bericht zufolge bei den beiden Männern, die im Verdacht stünden, bei der Beschaffung von 26 militärischen Zündern Gelowicz geholfen zu haben, unter anderem Handys sicher.

Ein 15-Jähriger hatte dem Blatt zufolge 2007 die Zünder in Schuhen versteckt von Istanbul nach Wolfsburg transportiert und sie dort an Gelowicz übergeben; später entdeckten Fahnder die Militärzünder in einem Ferienhaus im Sauerland. Drahtzieher des Zündertransports soll neben Gelowicz der Deutsch-Türke Attila Selek sein, der am vergangenen Donnerstag von der Türkei nach Deutschland ausgeliefert worden war.

Der "Focus" berichtete, bei dem Jugendlichen handele es sich um den Deutsch-Tunesier Alaeddine T. aus Wolfsburg, gegen den die Bundesanwaltschaft inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet habe. Weder bei der Bundesanwaltschaft noch bei der Braunschweiger Staatsanwaltschaft war zunächst am Samstag ein Sprecher zu erreichen. 

Gefahrenpotenzial unverändert hoch

Die Ermittlungen gegen die Sauerland-Gruppe haben nach Einschätzung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Anti-Terror-Kampf insofern erschwert, als die Terroristen daraus gelernt hätten und sich jetzt konspirativer verhielten. "Diejenigen, die im Netzwerk der Terroristen Anschläge vorbereiten, haben Konsequenzen gezogen", sagte Schäuble dem "Focus" nach einem Vorabbericht. Das gelte vor allem für die Kommunikation. "Sie agieren zunehmend konspirativ, was den Sicherheitsbehörden ihre Arbeit nicht leichter macht."

Das Gefahrenpotenzial hält Schäuble für unverändert hoch: "Wir wissen, dass sich das terroristische Netzwerk außerhalb unseres Landes bemüht, möglichst viele Leute zu rekrutieren, auch Deutsche", wurde der CDU-Politiker weiter zitiert. Dennoch warne er vor Hysterie. Die Sicherheitsbehörden seien gut aufgestellt.

Nach einem vertraulichen "Gefährderbericht" des BKA soll sich laut "Bild"-Zeitung die Zahl der sogenannten Gefährder von 2007 auf 2008 um ein Drittel auf 80 Personen erhöht haben. Fast jeder fünfte Verdächtige (19 Prozent, 2007 seien es 13 Prozent gewesen) sei in Deutschland geboren und aufgewachsen. Die potenziell Terrorverdächtigen würden immer jünger. Eine BKA-Sprecherin wollte sich dazu mit dem Hinweis nicht äußern, dass interne Berichte nicht kommentiert würden.

Quelle: afp

 
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