Foto: ddp
Allgemeines
Der Bundesnachrichtendienst (BND) ist neben dem Militärischem Abschirmdienst und dem Bundesamt für Verfassungsschutz einer der drei deutschen Geheimdienste. Seine Aufgabe ist die Beschaffung aller für Deutschland sicherheitspolitisch relevanter Informationen aus dem Ausland. Kontrolliert wird die Arbeit durch das Parlamentarische Kontrollgremium.
Foto: AP
Vorläuferorganisation
Bereits die Gründungsgeschichte des Nachrichtendienstes liefert Gründe für die weit verbreitete Skepsis gegen die Organisation. Vorläufer des BND war die Organisation Gehlen. 1945 wurde sie von den US-Besatzungsbehörden aus den Überlebenden der Wehrmachtsabteilung "Fremde Heere Ost" gegründet.
Foto: ddp
Umstrittenes Personal
Der vormalige Generalmajor Reinhard Gehlen übernahm die Führung. In der Folgezeit stießen immer wieder ehemalige Mitglieder von SS, SD und Gestapo hinzu. Schützungen gehen davon aus, dass noch 1970 ein Drittel der BND-Mitarbeiter aus diesen NS-Kreisen stammten.
Foto: ddp
Gründung
Die US-Besatzungstruppen erhofften sich durch Organisation Gehlen insbesondere Hilfe im Kampf gegen die Kommunisten. Zunächst wurde sie als Dienststelle der US-Army betrieben. Erst 1956 mit der Gründung der Bundeswehr wurde der BND zur eigenständigen Organisation. Der Standort in Pullach, wo die Organisation Gehlen seit 1947 arbeitete, wurde beibehalten.
Foto: ddp
Die große Unbekannte
Seit 1956 wurden kaum Details über die Arbeit der Institution bekannt. Beständig ist vor allem das Misstrauen, das den Pullachern seitens Politik und Öffentlichkeit entgegenschlug. Für Altkanzler Schmidt beispielsweise blieb der BND stets die "Dilettantentruppe" vom Dienst. Medienberichte über handfeste Skandale blieben lange vage.
Foto: AP
Die Blamage
Der Zusammenbruch der DDR und die daraus resultierende Wiedervereinigung wird zur wohl größten Blamage der Pullacher. Die Vorgänge in Ostdeutschland wurden offenbar jahrelang völlig falsch beurteilt - der Informationsbeschaffer hat mit der dramatischen Entwicklung nicht gerechnet. Politiker und Bevölkerung wurden von den Ereignissen überrascht. Zur Verteidigung sei angefügt: Auch die anderen großen West-Geheimdienste haben die Situation 1989/90 falsch eingeschätzt.
Foto: ddp
Das Geständnis/
2005 räumt der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, ein, zwischen 1993 und 1998 deutsche Journalisten observiert und bespitzelt zu haben. Im konkreten Fall handelte es sich um den Journalisten und Publizisten Erich Schmidt-Eenboom. Allein das von ihm betriebene "Forschungsinstitut für Friedenspolitik" war drei Jahre mit einer Videokamera observiert worden. Seit Januar beschäftigt sich wieder der Bundestag mit der Angelegenheit.
Foto: AP
Das Kapitel Irak
Auch 2006 beschäftigt der BND die Öffentlichkeit. Unklar bleibt bis auf weiteres die Rolle, die zwei BND-Mitarbeiter während der Zeit des dritten Irakkriegs in Bagdad gespielt haben. BND und Mitglieder der damals agierenden rot-grünen Regierung beteuern, die Männer hätten lediglich Informationen für die deutsche Regierung beschafft und keine kriegswichtigen Informationen an die USA weitergeleitet. Jetzt kommt heraus: Die BND-Mitarbeiter wurden offensichtlich durch die CIA bespitzelt. Ende offen.