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Gegen den Trend: Bolivien senkt Renteneintrittsalter auf 58 Jahre

zuletzt aktualisiert: 03.12.2010 - 21:35

La Paz (RPO). Entgegen dem weltweiten Trend hat Bolivien das Renteneintrittsalter gesenkt. Das Parlament in La Paz hat am Freitag eine Absenkung des Rentenalters von 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen auf einheitlich 58 Jahre beschlossen - die rund 70.000 Bergleute des Landes dürfen noch zwei Jahre früher in Rente. Darüber hinaus stimmten die Abgeordneten einer Verstaatlichung der Rentenkasse zu.

Boliviens Präsident Evo Morales.  Foto: FR103966 AP, AP
Boliviens Präsident Evo Morales. Foto: FR103966 AP, AP

Präsident Evo Morales hatte stark für diese Entscheidung geworben. Durch die Maßnahme wird der Rentenanspruch auch auf die 60 Prozent der Arbeitnehmer ausgedehnt, die in nicht regulären Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind und bislang keinen Anspruch auf eine Altersversorgung hatten. Das Gesetz soll 2011 in Kraft treten.

Die bolivianische Vereinigung der privaten Arbeitgeber kritisierte die Rentenreform als nicht nachhaltig. Sie befürchten, dass das System unter den Lasten kollabieren werde. Genauso wie vor 13 Jahren. Damals wurde die Rentenkasse privatisiert, nachdem die staatliche Altersversorgung zusammenbrach.

Nach Inkrafttreten des Gesetzes soll ein "Solidaritätsfonds" eingerichtet werden, in den Arbeitnehmer und Unternehmen einzahlen sollen. Arbeitnehmer in nicht regulären Arbeitsverhältnissen können einen Anspruch auf eine kleine Rente erwerben, indem sie zehn Jahre lang freiwillig in den Fonds einzahlen.

Quelle: apd

 
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