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Publizist attackiert Führung erneut scharf: Broder bekräftigt Kandidatur für Zentralrat der Juden

zuletzt aktualisiert: 24.10.2009 - 10:14

München (RPO). Der Publizist Henryk M. Broder hat sein Vorhaben verteidigt, im nächsten Jahr für das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland zu kandidieren. "Ich habe mich ein paar Mal derart über die geärgert, dass ich beschlossen habe: Jetzt reicht es mir! Jetzt bin ich dran! ", sagte Broder in einem Interview.

Den gegenwärtigen Zentralrat attackierte er erneut scharf: "Wenn sich der Zentralrat äußert, kommt es fast immer zu Peinlichkeiten. Zuletzt hat der Generalsekretär Stephan Kramer den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin, über dessen Thesen zur Integration von Einwanderern man natürlich streiten kann, in die Nähe von Hitler und Goebbels gerückt. Ich finde das unerträglich", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". 

Broder griff auch die gegenwärtige Rats-Präsidentin Charlotte Knobloch erneut an. "Ich finde, sie ist eine nette Frau. Wenn sie irgendwo einen Verein zionistischer Hausfrauen organisieren würde, wäre das sicher das Richtige", sagte Broder.

"Straftatbestand der Holocaust-Leugnung abschaffen"

Broder bekräftigte zudem seine Forderung, den Straftatbestand der Holocaust-Leugnung abzuschaffen: "Er ist vollkommen unsinnig. Es gibt keine ernstzunehmende Debatte darüber, ob es den Holocaust gegeben hat oder nicht. Es gibt ein paar Dutzend Irrer, die das behaupten, und die werden permanent aufgewertet, in dem sie sich als Helden und Märtyrer stilisieren können."

Broder sagte, er finde "den Holocaust, der uns bevorstehen könnte, viel wichtiger als den letzten". In Deutschland werde gelassen hingenommen, "was Irans Präsident Ahmadinedschad mit Israel vorhaben könnte. Mein Anliegen ist nicht die Vergangenheit, sondern wir sollten unsere gesamte Aufmerksamkeit der Gegenwart und der Zukunft zuwenden. Da stehen uns genug Katastrophen bevor, die man vielleicht jetzt noch abwenden könnte", sagte Broder dem Magazin.

Quelle: AFP/felt

 
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