Wirtschaftsminister warnt: Brüderle gegen zu starke Lohnerhöhungen
zuletzt aktualisiert: 21.07.2010 - 06:32Leipzig (RPO). Rainer Brüderle (FDP) fordert die Tarifpartner zu Augenmaß bei Lohnerhöhungen auf. Der Bundeswirtschaftsminister wandte sich gegen das von den Gewerkschaften ins Feld geführte Argument, mit einer kräftigen Gehaltssteigerung könne der Konsum und damit die Konjunktur angeschoben werden.
Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Demnach spielten vielmehr auch die Ausfuhren für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands eine zentrale Rolle, argumentierte der Minister.
"Exporte und privater Konsum können nicht gegeneinander ausgespielt werden", sagte Brüderle. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten schaffe Beschäftigung und Einkommen im Inland, das dann auch wieder für Konsum ausgegeben werden könne.
Zugleich verteidigte Brüderle regionale Lohnunterschiede in Deutschland. Löhne seien immer auch Ausdruck der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gebiets. Das gelte nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Nord und Süd. Geringere Löhne könnten sich sogar als Standortvorteil erweisen.
Sie hätten auch dazu beigetragen, dass die ostdeutsche Wirtschaft besser durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen sei als der Westen. Wenn künftige Lohnerhöhungen die Produktivitätsentwicklung in den Unternehmen übersteigen sollten, gerieten die bisherigen Beschäftigungserfolge in Gefahr. "Das sollte man nicht riskieren", sagte Brüderle.
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